• Sechs Minister und drei Staatsekretäre begleiteten Ministerpräsident Michael Kretschmer in die "Neue Welt". Am Micro Landrat Christoph Scheurer. © Ralph Köhler

Gute Atmosphäre beim Sachsengespräch in Zwickaus „Neuer Welt“

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Asylfragen, Kriminalität und vor allem auch Zwickauer Themen haben das Sachsengespräch beherrscht. Das fand am Mittwochabend in der "Neuen Welt" statt. Etwa 260 Menschen waren der Einladung der Landesregierung gefolgt, mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, Ministern und Staatsekretären zu reden. Nach Ressorts getrennt entwickelten sich an verschiedenen Tischen rege Gespräche. Es gab keinerlei Zwischenfälle.

Am gefragtesten war der Regierungschef, dem einige Besucher auch ihre ganz persönlichen Probleme schilderten. Geduldig hörte Kretschmer zu, um dann aber doch hin und wieder darauf hinzuweisen, dass manche Angelegenheiten nur vor Ort geklärt werden könnten.

"Geben Sie mir Ihre Karte", ermunterte Kretschmer einen Gegner der in Marienthal geplanten JVA. Und auch die Betreiberin der in Bedrängnis geratenen Armenunterkunft "Regenbogenhaus" könne mit ihm reden, wenn sie in Zwickau nicht weiterkomme. Auch Sozialministerin Barbara Klepsch bot ihr Hilfe an.

Justizminister Sebastian Gemkow war die Aufmerksamkeit sicher, als er von den seit Kurzem angewandten beschleunigten Verfahren gegen Kleinkriminelle sprach. Zwischen Tat und Urteil liegen bei solchen Schnellverfahren manchmal nur 24 Stunden. Gerade in Zwickau habe es in den vergangenen Tagen einige solcher Urteile gegeben, sagte Gemkow.

Innenminister Roland Wöller verwies auf Investitionen in die Sicherheit des Landes: 1.000 neue Stellen bei der Polizei und eine Verdopplung der Ausgaben für die Feuerwehren. Sachsen habe zudem die Abschiebehaft für abgelehnte Asylbewerber durchgesetzt und Ankerzentren eingerichtet.

Erfolge bei der Integration sprach die zuständige Ministerin Petra Köpping an: "Jeder vierte anerkannte Flüchtling, der arbeiten kann, arbeitet mittlerweile auch." Und sie warb um Geduld: Integration dauere im Schnitt sieben Jahre.

Kultusminister Christian Piwarz sprach von Fehlern in der Vergangenheit: Seine Vorgänger hätten Lehrer auf Vorrat einstellen müssen. Jetzt gelte es, junge Lehrer an den Freistaat zu binden - auch durch Verbeamtungen.

"Danke, dass Sie da waren und nicht vorm Fernseher gesessen haben heute Abend." Mit diesen Worten beendete Michael Kretschmer das Sachsengespräch nach knapp zwei Stunden.