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Haribo im Bundestag: Hoffnungen und Zweifel

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Über eine Stunde ist am Donnerstag im Bundestag über Haribo und die Lage in Ostdeutschland debattiert worden. Für die Betroffenen in Wilkau-Haßlau brachte die Aktuelle Stunde Hoffnungs- und Fragezeichen.

Eine Art Überbrückungsgeld bekommt die Stadtkasse von Wilkau-Haßlau. Dieses Ergebnis von Gesprächen mit Haribo gab Carsten Körber bekannt: „Haribo zahlt für die nächsten beiden Jahre die Summe an die Stadt, die es bisher immer als Gewerbesteuer gezahlt hat.“

Zuvor hatte der CDU-Abgeordnete klargestellt, dass der Rückzug von Haribo aus Wilkau-Haßlau beschlossene Sache ist. Er habe sich auch gewünscht, dass Haribo an dem Standort festhält, doch die Entscheidung des Unternehmens sei eine andere, sagte Körber und fuhr fort: „Der Sozialplan ist unterschrieben. Das weiß die Gewerkschaft. Sie hat ihn ja sehr gut verhandelt. Das wissen aber auch alle Beteiligten. Und jetzt muss man sich an den Realitäten orientieren. Dennoch zu behaupten, es gebe Alternativen, ernsthafte Alternativen dazu – das ist nicht ehrlich.“

Wenn es für die 150 Mitarbeiter im Werk weitergehen soll, muss ein Nachfolger für Haribo gefunden werden. Von vier Interessenten ist im Moment die Rede. Auch Carsten Körber sprach davon und von Gesprächen mit Haribo. Ähnlich äußerte sich  Jürgen Martens von der FDP: „Ich habe mit dem Geschäftsführer telefoniert. Und er hat mir versichert, dass ernsthaft verhandelt würde, um eine Nachfolgelösung zu finden, damit die Arbeitsplätze nach Möglichkeit in der gleichen Branche erhalten bleiben.“

Was ist gleiche Branche? Sabine Zimmermann, Die Linke, hatte die Aktuelle Stunde initiiert. Sie übte Kritik an der Hinhaltetaktik von Haribo zu einem möglichen Werksverkauf: „Haribo verschweigt in der Öffentlichkeit, dass keinesfalls an andere Fruchtgummihersteller, also an die Konkurrenz, verkauft werden soll. Hier muss Haribo endlich die Karten offenlegen, damit die Kolleginnen und Kollegen wissen, wie ihre Perspektive aussieht, und es darf nicht mit ihren Hoffnungen gespielt werden.“

Am Freitag emdet die Haribo-Produktion in Wilkau-Haßlau.