• Haribo in Wilkau-Haßlau steht vor dem Aus. © Ralph Köhler/propicture

    Haribo in Wilkau-Haßlau steht vor dem Aus. © Ralph Köhler/propicture

Haribo-Schließung: „Hans Riegel hätte das nicht zugelassen“

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Die Beschäftigten von Haribo in Wilkau-Haßlau wollen mit Hilfe von Gewerkschaft und Öffentlichkeit Druck auf das Unternehmen ausüben, um ihre Arbeitsplätze zu retten. Die Geschäftsführung hatte am Freitag die Schließung zum Jahresende verkündet – aus wirtschaftlichen Gründen, wie es hieß.

Mike vom Betriebsrat, der seinen vollständigen Namen hier nicht lesen will, hält das Argument für vorgeschoben: „Wir produzieren hochwertig, man könnte den Standort auch ausbauen.“

Haribo beschäftigt in Wilkau-Haßlau 150 Menschen, darunter auch Mona. Auch sie möchte nur mit ihrem Vornamen genannt werden. Für sie kommt ein Wechsel an einen westdeutschen Standort nicht in Frage – wie für die meisten ihrer Kollegen: „Viele haben hier Häuser gebaut, haben Familie und Freunde, da will man nicht einfach weg.“ Mona glaubt, dass es unter Haribo-Gründer Hans Riegel nicht so weit gekommen wäre. „Der würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das mitbekäme, das war nämlich ein Familienmensch. Er hätte das nicht zugelassen.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Körber hat Haribo aufgefordert, die Schließung des Standortes Wilkau-Haßlau zu überdenken. Man müsse mit dem Betriebsrat und der Kommunalpolitik nach Lösungen suchen, verlangt Körber von der Geschäftsführung laut einer Pressemitteilung vom Montag. „Sicher gibt es Möglichkeiten, den Standort wirtschaftlich vertretbar zu ertüchtigen und zu modernisieren.“ Haribo trage als größter Arbeitgeber und Steuerzahler der Stadt auch eine Verantwortung für die Region. Ähnlich hatte sich am Freitag bereits die Bundestagsabgeordnete der Linken, Sabine Zimmermann, geäußert.

Unterdessen wurde eine Online-Petition für den Erhalt von Haribo in Wilkau-Haßlau gestartet. Bis Montagabend hatte sie 3.300 Unterstützer.

Audio:

Mona, seit 20 Jahren bei Haribo

Mike vom Betriebsrat