Harte Vorwürfe und lautstarker Protest im Landtag
Sachsens Landtag hat am Donnerstag eine äußerst emotional geführte Debatte zur Braunkohle geführt. Dabei ging es vor allem um die Ausschreitungen bei den jüngsten Demonstrationen gegen den Kohleabbau in der Lausitz. Die CDU-Abgeordneten Alexander Krauß und Frank Heidan bezeichneten die Blockade von Gleisen als „Terrorismus“. Linke und Grüne warfen der Union vor, den Protest völlig undifferenziert zu betrachten und die Demonstranten kollektiv in Haftung zu nehmen. Immer wieder gab es Zwischenrufe. Landtagspräsident Matthias Rößler mahnte wiederholt zur Mäßigung. SPD-Wirtschaftsminister Martin Dulig zeigte sich „peinlich berührt“: „Das war keine Sternstunde des Parlamentarismus.“ Kritiker des Braunkohleabbaus hatten zu Pfingsten unter anderem den Tagebau Welzow-Süd besetzt und Nachschub für ein Kraftwerk blockiert. Zudem drangen Aktivisten in das Kraftwerksgelände ein. Mehr als 130 von ihnen wurden vorläufig festgenommen. Bei den Übergriffen wurden auch Anlagen beschädigt, Gleise mit Klemmschuhen oder sogenannten Gleiskrallen blockiert. Die Schäden werden auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt.