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HBK-Chef bangt um Liquidität – und bittet Stadt um Kredit

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Das kommunale Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum will bei der Stadt einen Kredit aufnehmen, um weiter investieren zu können. Benötigt werden bis zu acht Millionen Euro, wie Geschäftsführer Rüdiger Glaß am Dienstag vor Journalisten sagte. Mit dem Geld soll zum einen der Neubau eines Bildungscampus mitfinanziert werden, zum anderen die Schaffung von 200 Parkplätzen. Der Stadtrat muss noch zustimmen, er tagt am 29. Februar.

Dass das HBK die Kreditbitte medienwirksam veröffentliche, sei als Zeichen des Protests gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung zu verstehen, erklärte Glaß. „Die Bevölkerung muss wissen, dass es den Krankenhäusern nicht mehr gut geht, und wir können eben keine Straßen mit Traktoren blockieren.“

Glaß zufolge sind die Einnahmen in den vergangenen Jahren geringer gestiegen als die Ausgaben - für Energie und Personal beispielsweise. „Seit der Pandemie sinken die Bilanzgewinne“. Für 2023 werde investitionsbedingt ein negatives Ergebnis erwartet. Stand Januar 2024 sei die Liquidität des HBK gesichert, die laufende Baumaßnahme Haus 1 könnte „mit viel Anstrengung“ aus eigenen Mitteln abgeschlossen werden. „Aber in Zukunft können wir nichts mehr alleine stemmen“, schaut der Geschäftsführer pessimistisch voraus, sollte sich nichts ändern.

„Die Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) stockt, viele Träger müssen ihre Krankenhäuser mittlerweile finanziell unterstützen“, so Glaß. Wenn es überhaupt noch dazu kommt: „Krankenhäuser gehen in die Insolvenz, werden geschlossen oder verkauft.“ In Zahlen: 33 Insolvenzen gab es laut HBK 2023 in Deutschland, 60 bis 80 Insolvenzen werden für 2024 vorausgesagt.

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Rüdiger Glaß