Archäologen auf Spurensuche im Zwinger

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Trotz Minusgraden wird der Zwinger derzeit auf Vordermann gebracht. Dort muss nämlich der Innenhof saniert werden. Um den Bereich vor Witterungsschäden zu schützen, werden dort unter anderem die Wege und Bodenbeläge erneuert.

Das nutzt das Landesamt für Archäologie, um Untersuchungen durchzuführen. Etwa 1,3 Hektar Fläche sollen dafür ausgegraben werden. Unter der Oberfläche will das Forscherteam nach Überbleibseln der früheren Zwingergestaltung suchen. Unter anderem sollen sich unter der Erde noch Überreste eines Barockgartens aus dem 18. Jahrhundert befinden, so Bauhistoriker Hartmut Olbrich. Diese Spuren werden anschließend dokumentiert und wie ein Puzzle zusammengesetzt. Damit könnte man irgendwann genau skizzieren, wie der Garten damals ausgesehen haben muss.

Den Barockgarten gab es schon, als die umstehenden Gebäude des Zwingers noch gar nicht fertiggestellt waren. Die Spuren der sächsischen Archäologen weisen darauf hin, dass der Garten sehr geometrisch gestaltet worden war. Demnach gab es im „geheimnisvollen“ Barockgarten einige Wasserspiele, bunte Kiesflächen sowie Buchsbaumranken. Für die königliche Hochzeit von August dem Starken im September 1719 war er überschüttet worden, um den Platz für die Festlichkeiten zu nutzen. Die Archäologischen Untersuchungen im Innenhof des Zwingers sollen bis Sommer nächsten Jahres andauern. Da die Sanierung und die Ausgrabung in Abschnitten durchgeführt werden, bleibt der Zwinger trotzdem zugänglich.