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Immer mehr Rückstände von Crystal Meth im Abwasser

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In Sachsen werden immer mehr Rückstände von Drogen im Abwasser gefunden. Chemnitz und Dresden sind traurige Spitzenreiter in einem Europäischen Vergleich. Laut aktuellen Untersuchungen an über 70 europäischen Standorten, werden nirgends so viele Crystal Meth Rückstände im Abwasser gefunden, wie bei uns in der Region. Nur Erfurt liegt noch vor den Sächsichen Städten.

Im Vergleich zu anderen deutschen Städten läge unsere Region aber bei Kokain, Speed und Ecstasy auf niedrigem Niveau, sagte uns Björn Helm von der TU Dresden. Wissenschaftler der TU entnehmen und testen die Proben an den Kläranlagen in Dresden-Kaditz und in Chemnitz-Heinersdorf.

Die Dresdner Proben enthalten damit also das Abwasser von Dresden, Heidenau, Pirna, Freital und Teilen anderer umliegender Orte. In Chemnitz ist die Kläranlage primär nur für die Stadt zuständig.

„Es ist kein Geheimnis, dass die Nähe zur tschechischen Grenze eine wichtige Rolle spielt. Viel von dem Crystal was hier konsumiert wird, wird in Tschechien produziert und dann über die relativ offenen Grenzen nach Deutschland transportiert.“ – Björn Helm/Dipl. Hydrologe an der TU Dresden

Laut Helm kamen auf 10.000 Einwohner in Dresden 2018 rund 90 Dosen Crystal. In Chemnitz waren es sogar 120 Dosen auf 10.000 Einwohner am Tag. Die TU Dresden ist Teil des Netzwerkes SCORE. Dieses untersucht das Abwasser in Kläranlagen einmal jährlich auf illegale Drogen.

Björn Helm von der TU geht weiterhin von einem Anstieg von illegalen Drogen Rückständen im Abwasser aus. Für ihn würde gerade bei Exstasy, Kokain und Speed jetzt ein Angleich an das Niveau der alten Bundesländer stattfinden. Auch bei Crystal Meth geht er von einem weiteren Anstieg in den kommenden Jahren aus.

„Bei Crystal Meth hängt es sehr davon ab wie sehr die Bekämpfung von Drogenkriminalität und Prävention vorangebracht wird und besonders das Unterstützung für diejenigen, die da in die Sucht abrutschen vorhanden ist.“ – Björn Helm

Für die Untersuchung 2019 wurden gerade neue Proben entnommen. In den kommenden Monaten werden diese auf Drogenrückstände untersucht.

Hier finden sie die Studie mit Ergebnissen aus Europa:
http://www.emcdda.europa.eu/topics/pods/waste-water-analysis