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Jähes Ende eines Sonntagsausflugs

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Viele Ausflügler, vor allem Familien, waren am Sonntag bei bestem Frühlingswetter zum Genusshof in Niedermülsen gepilgert. Das ist ein Vierseithof mit üppiger Freifläche, den Besitzer Mathias Wrobel kurz vor Ausbruch der Pandemie als Event-Location eröffnet hatte.

Der Gastwirt bot Kaffee, Kuchen, Waffeln und Eis im Außer-Haus-Verkauf an, bis er von einer Person angezeigt wurde. Die Polizei rückte an und beendete den Verkauf, die Leute verließen den Privathof. Im Polizeibericht steht: „Die Beamten zählten vor Ort etwa 30 Pkw sowie zahlreiche Fahrradfahrer.“ Eine Sprecherin sagte uns außerdem auf Nachfrage, dass der Besitzer keine Sitzbänke hätte zur Verfügung stellen dürfen.

Mathias Wrobel hat Verständnis für die Polizei, aber nicht für den, der sie gerufen hat. „Ich will die Polizei in Schutz nehmen, die sich bei mir mehrfach entschuldigt hat, dass sie dieser Anzeige nachgehen musste.“ Es war keine Massenveranstaltung, sagt Wrobel, vielmehr seien Familien dagewesen, die Abstand zu einander gehalten hätten. „Und die Person, die die Polizei gerufen hat, hat bei uns Kaffee getrunken und eine Waffel gegessen und sich dann an dem Schauspiel ergötzt.“

Dem Gastwirt droht wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung ein Bußgeld. „Das wäre der Genickbruch“, sagt Wrobel.

Update 23. April 2021 - Der Polizeieinsatz hat kein Nachspiel. Das Verfahren gegen den Betreiber des Genusshofs wird eingestellt, hieß es vom Landratsamt. Der Verkauf von Kaffee, Eis und Kuchen sei erlaubt gewesen. Die Ausflügler hätten sich nur nicht auf dem Grundstück niederlassen dürfen, hieß es.

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Mathias Wrobel