Juristisches Nachspiel um Wesa-Desaster
Die Kostenexplosion beim Westsachsenstadion-Umbau, die 2011 zum Baustopp geführt hatte, wird ein Fall für die Justiz. Denn Planer und Stadt verklagen sich gegenseitig. 77.000 Euro Honorar verlangt das Zwickauer Ingenieurbüro Aboa noch für Planungsleistungen. Im Gegenzug fordert das Rathaus knapp eine Million Euro Schadenersatz. Das geht aus Geheimunterlagen für den Stadtrat hervor, die unserem Sender vorliegen. Am 24. April sollen die Räte hinter verschlossenen Türen der Klage zustimmen.
Nach Auffassung der Stadt wurde mit dem Wesa-Umbau nur begonnen, weil er nach Aboa-Planungen trotz des schwierigen Baugrundes für 15 Millionen Euro machbar gewesen wäre. Als während der Bauphase plötzlich 27 Millionen erwartet wurden, zog die Stadt die Reißleine. Schließlich wurde das Wesa nicht für die dritte Liga hergerichtet, sondern als Multifunktionsanlage.
Bei Aboa sieht man der Stadtklage gelassen entgegen. In einem Prozess könne endlich aufgeklärt werden, warum der Umbau zur drittligatauglichen Arena von der Stadt am Ende gar nicht gewollt gewesen sei, hieß es auf Nachfrage. Außerdem: Man habe keine Gesamtverantwortung für das Projekt gehabt, sondern nur für die Entwurfsplanung.