Kampf gegen Drogenhandel am Wiener Platz
Der Kampf gegen die Drogenkriminalität am Wiener Platz soll weiter gehen. Wie hilflos die Behörden allerdings sind, zeigt sich bei einem vor Ort Termin. Während Stadt- und Landespolitiker, zusammen mit Ordnungsamt und Polizei am Wiener Platz eine Runde mit Pressevertretern drehen, meldet sich ein Passant: einem 12-Jährigen Mädchen seien direkt neben ihm an der "Prager Spitze" Drogen angeboten worden. Er informiert die Polizei, mehrere Streifenwagen sind schnell vor Ort, zwei Männer werden gefasst und gefilzt. Politik wird von Realität eingeholtZeitgleich berichtet Innenminister Markus Ulbig am Donnerstagnachmittag, dass die häufigen Polizei-Razzien die Lage am Wiener Platz verbessert hätten. Die Realität holt Ulbig ein. Mitten im Feierabend- und Shoppingtrubel werden die beiden Verdächtigen von der Polizei abgeführt. Es soll sich nach ersten Informationen der Polizei um zwei Tunesier handeln. Bei ihnen wird ein kleines Tütchen mit Drogen entdeckt.Videoüberwachung kein Thema mehrVideoüberwachung am Wiener Platz ist offenbar kein Thema mehr, zumindest für CDU-Innenexperte Christian Hartmann: zu viele tote Winkel würden eine Überwachung des gesamten Areals unmöglich machen. Beweissichere Aufnahmen, die auch zu Verurteilungen führen, sind kaum möglich, so Hartmann.Ulbig setzt auf Razzien, private Wachdienste und UmbauInnenminister Ulbig will weiter auf Razzien setzen, meint aber "städtebauliche Veränderungen" und eine andere Händlerstruktur könnten die Situation auch verbessern. Zudem setzt Ulbig für einen Ausbau der privaten "CityStreife". Seit Dezember ist der private Sicherheitsdienst im Auftrag der Händler an der Prager Straße im Einsatz, um Ladendiebstahl einzudämmen. Nicht nur Dealer, auch Konsumenten am Wiener PlatzDresdens Polizeisprecher Thomas Geithner weist darauf hin, dass es eben auch eine Drogen-Nachfrage in Dresden gebe und man die Verantwortung nicht nur auf die Polizei abwälzen könne. "Wir haben nicht nur Dealer hier, sondern auch Konsumenten. Das ist ein klarer Fall auch für Drogenprävention" Er begrüße es deshalb, dass sich alle Seiten vor Ort ein Bild machen, ergänzt aber: "Es ist nervig, dass bei den Razzien immer wieder die Selben aufgegriffen werden." Geithner sagt, es sei noch ein langer Weg. Eigentlich Ziel sei es, die Hintermänner zu ermitteln, die den Stoff beschaffen.