++ EIL ++

Katjes will Haribo-Standort in Wilkau-Haßlau übernehmen

Zuletzt aktualisiert:

Für die 150 Beschäftigten des Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau gibt es offenbar eine Perspektive. Haribo-Konkurrent Katjes aus Emmerich am Rhein möchte das Werk übernehmen. Die Initiative ging von Wirtschaftsminister Martin Dulig aus. „Katjes will den Kauf des Standortes prüfen, wenn eine Produktion seiner vegetarischen Produkte in Wilkau-Haßlau möglich ist“, sagte Dulig am Dienstag in einem Online-Pressebriefing.

Der Kontakt zur Geschäftsführung von Katjes vermittelten der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans und die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

„Ich erwarte von Haribo, nun zügig mit Katjes in Verhandlungen zu treten, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnellstmöglich wieder ihre Arbeit aufnehmen können und der Gummibärchenstandort in Wilkau-Haßlau wieder eine klare Zukunftsperspektive hat“, sagte Dulig.

Haribo hatte den Betrieb des Werks in Wilkau-Haßlau zum Jahresende 2020 eingestellt. Auf Druck des Betriebsrates und der Gewerkschaften wurde mit den Mitarbeitern ein Sozialplan geschlossen, dieser enthält eine Beschäftigungsgarantie bis März 2021. Seit Monaten dauern die Proteste gegen die Werksschließung an, werden von Beschäftigten, Gewerkschaftern, Politikern und Kirchenvertretern getragen. 

Die Gewerkschaft NGG nannte die Kaufabsicht „eine gute Nachricht“ für die 150 Beschäftigten. Haribo müsse jetzt den Weg frei machen. „Das darf nicht scheitern“, sagte ein Sprecher.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Körber sagte: „Ich erwarte von Haribo, dass es seiner Verantwortung als Familienunternehmen gerecht wird und konstruktiv auf Katjes zugeht, um eine nachhaltige Lösung für das Werk herbeizuführen. Wer einen Standort über 30 Jahre betrieben hat, kann sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen, in dem er potentielle Interessenten vor den Kopf stößt.“

Die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) wünscht „für jede Kollegin und jeden Kollegen im Falle der Übernahme des Werkes ein Arbeitsplatzangebot und natürlich gute Arbeitsbedingungen mit fairen Löhnen.“

Audio:

Martin Dulig