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Knastgegner lassen sich auf Bürgerver­sammlung nicht umstimmen

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Nach der Einwoh­ner­ver­samm­lung am Donners­tag­abend im Rathaus zum geplanten Gefäng­nis­neubau in Marien­thal bleiben Fragen offen. Zwar ist es der Bürger­initia­tive nach unseren Infor­ma­tionen offenbar gelungen, die nötigen 4.000 Unter­schriften für einen Bürger­ent­scheid zu sammeln, doch rein recht­lich besteht wahrschein­lich keine Handhabe mehr, den Bau zu stoppen. Denn am 6. November wurde der Vertrag mit dem Freistaat notariell beglau­bigt, sagte Oberbür­ger­meis­terin Pia Findeiß vor etwa 350 Einwoh­nern. Demnach hat Dresden allein die Möglich­keit, bis Jahres­ende aus dem Kontrakt auszu­steigen. Rainer Storch vom Finanz­mi­nis­te­rium wollte sich nach der Versamm­lung nicht festlegen, ob sich das Land vom Wider­stand beein­dru­cken lässt.

Dagegen spricht, dass Sachsen die Zeit davon läuft, denn Gefäng­nisse sind überbe­legt, und unter anderem die nicht mehr zeitge­mäße JVA in Zwickau darf nur noch wenige Jahre betrieben werden.

Vehement vertei­digte sich Findeiß gegen den Vorwurf aufge­brachter Marienthaler, sie habe schlechte Infor­ma­ti­ons­po­litik betrieben. Sie verwies auf zahlreiche Veran­stal­tungen, bei denen das Thema eine Rolle spielte sowie auf Hunderte Medien­ver­öf­fent­li­chungen in den vergan­genen drei Jahren.

Am Montag will die zu Monats­be­ginn gegrün­dete Bürger­initia­tive die Unter­schrifts­listen im Rathaus abgeben. Wie damit umgegangen werde, vermochte das Stadt­ober­haupt noch nicht zu sagen.

In der JVA sollen 820 Häftlinge aus Sachsen und Thüringen unter­ge­bracht werden, die zu Höchst­strafen von maximal fünf Jahren verur­teilt wurden, darunter 90 Freigänger.