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Koalitionskrach um rechte Tendenzen in Sachsen

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Nach fremden­feind­li­cher Gewalt, Pegida-Krawallen und dem Suizid des Terror­ver­däch­tigen Al-Bakr gibt es in Sachsen einen handfesten Koali­ti­ons­krach. Die sächsi­sche Union warf Vizemi­nis­ter­prä­si­dent Martin Dulig (SPD) vor, sich zum „Kronzeugen“ eines „Sachsen-Bashings“ zu machen. Der SPD-Landes­vor­sit­zende hatte zuvor in einem Inter­view Polizei und Ordnungs­be­hörden in Sachsen einen „inakzep­table Laisser-faire-Haltung“ gegen­über demokra­ti­schen Grund­prin­zi­pien unter­stellt. „Er schadet unserem Land durch sein Auftreten“, sagte CDU-General­se­kretär Michael Kretschmer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.„Mit einem solchen General­ver­dacht gegen­über der Polizei und Justiz isoliert sich Martin Dulig“, sagte er. Wenn er ein so großes Misstrauen gegen­über den Beamten und Angestellten des Freistaates hege, „wie kann er auf Dauer mit diesem Konflikt zurecht­kommen?“ Von einem Staats­mi­nister dürfe man „ein Mindestmaß an Loyalität gegen­über der Gesell­schaft erwarten“.Dulig wies den Vorwurf zurück und beschei­nigte der Union seiner­seits mangelnden Verän­de­rungs­willen. „Ich bin Vorsit­zender der sächsi­schen SPD, einer selbst­be­wussten Regie­rungs­partei in Sachsen, und nicht das Anhängsel einer CDU“, sagte er der dpa. „Wenn man etwas verän­dern will, dann muss man erst einmal kritik­fähig sein.“ Er sei bereit, seine Verant­wor­tung wahrzu­nehmen. „Wenn die anderen aber keine Fehler sehen, ist man auch nicht bereit, Dinge zu verän­dern.“ (DPA)