Kontroverse im Ausschuss: Ist diese Straße an der Reihe?
Auf reichlich hundert Metern erhält die Heinrich-Heine-Straße eine neue Fahrbahn. Kostenpunkt: 175.000 Euro. Weil das viel Geld ist und es möglicherweise woanders besser investiert wäre, hat der Zwickauer Bauausschuss am Montag über dieses Vorhaben ausführlich diskutiert – und es am Ende mit klarer Mehrheit beschlossen.
Wer bestimmt: die Wasserwerke oder die Stadt?
Die Rede ist von dem Abschnitt zwischen Clara-Zetkin-Straße und Friedrich-Engels-Straße. Dort werden die Wasserwerke Trinkwasserleitung und Abwasserkanal erneuern. Also schlug das Tiefbauamt vor: Die Stadt bringt anschließend die Straße in Ordnung.
Skepsis äußerte Jens Heinzig, BfZ: „Haben wir eine Prioritätenliste oder stellen die Wasserwerke die Prioritätenliste auf?“. Die städtische Dringlichkeitsliste ist geheim. So wie diskutiert wurde, steht der Abschnitt der Heinrich-Heine-Straße dort weiter unten. Thomas Seifert, AfD, machte darauf aufmerksam, dass auf dieser Nebenstraße wegen der geparkten Autos sowieso nur zehn Kilometer pro Stunde gefahren werden; seiner Meinung nach sollte das Geld für Straßen ausgegeben werden, die mehr befahren werden.
Flickschusterei wäre keine Lösung
Tiefbauamtsleiter Thomas Pühn verhielt sich defensiv, sprach von einem Vorschlag und erklärte, dass im Falle des Verzichts die Wasserwerke ihre Gräben schließen und dann ein Flickenteppich entsteht und dass (sinngemäß) einige Bereiche in den folgenden Jahren absacken könnten. Lutz Feustel, CDU, sprach sich für die Synergieeffekte aus und gegen Flickschusterei, weil diese dem Ausschuss später vorgeworfen werden könnte. Am Ende stimmten sieben Mitglieder für den Vorschlag des Tiefbauamtes, Jens Heinzig enthielt sich, Thomas Seifert lehnte ihn ab.