• Kraftwerk Boxberg Foto: kmk

    Kraftwerk Boxberg Foto: kmk

Kraftwerk Boxberg soll zum Forschungszentrum werden

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Das Kraftwerk Boxberg soll zum Forschungsstandort für Carbonfasern werden.  Kraftwerksbetreiber LEAG, das Staatsministerium für Regionalentwicklung und Vertreter von drei sächsischen Wissenschaftseinrichtungen haben am Vormittag eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben.

Mit dem neuen Projekt „InnoCarbEnergy“ soll die Forschung und Entwicklung von Leichtbauteilen vorangetrieben und die Wirtschaftskraft in der Region gestärkt werden. Dabei arbeitet die LEAG mit Vertretern der TU Chemnitz und des Fraunhofer-Instituts zusammen. In einem ersten Schritt werden neue Herstellungsmethoden konzipiert und getestet, bevor anschließend praxisnahe Anwendungssysteme entstehen sollen – so etwa in der Automobil-, Schiff- und Luftfahrtbranche.

„Bereits heute können wir durch die Kombination von Materialien – insbesondere mit Carbonfasern – enorme Gewichtsvorteile von 30 bis 50 Prozent gegenüber klassischen Bauteilen erreichen, die ausschließlich aus Aluminium bzw. Stahl gefertigt werden. Aus diesem Grund sehen wir in dem Vorhaben InnoCarbEnergy sehr großes Potential, nicht nur für einen „bezahlbaren“ Leichtbau, sondern im Speziellen auch für die Region, die Menschen, die hier leben und für das Land Sachsen im Allgemeinen. Im Exzellenzcluster MERGE der Technischen Universität Chemnitz wurden dafür bereits zahlreiche Verbundwerkstoffe und neue Hybrid-Technologien erforscht und entwickelt, die eine derartige Masseneinsparung bei gleichzeitiger Kostenreduktion von Bauteilen und Systemen zulassen.", sagt Professor Kroll, Leiter des Instituts für Strukturleichtbau und Sprecher des Exzellenzclusters MERGE an der TU Chemnitz.

Auch die LEAG sieht für das Projekt gute Zukunftschancen: „Vor dem Hintergrund des gesetzlich vorgegebenen Kohleausstiegspfades wird sich der Kraftwerksstandort Boxberg in den nächsten zwei Jahrzehnten grundlegend wandeln. Wir wollen ihn dafür schon heute zukunftsfähig aufstellen und hier so viele Industriearbeitsplätze wie möglich erhalten.“ - so Hubertus Altmann, LEAG-Vorstand für das Ressort Kraftwerke.