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Haushalt mit dickem Minus beschlossen, 2026 muss sich der Kreis wohl Geld borgen

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Der Landkreis Zwickau ist finanziell am Ende seiner Möglichkeiten: Am Mittwoch hat der Kreistag mit klarer Mehrheit den Doppelhaushalt für dieses und nächstes Jahr beschlossen – der Etat weist 2025 ein Defizit von 15 Millionen Euro auf, 2026 ein Minus von 28 Millionen. In diesem Jahr reichen die liquiden Mittel noch aus, um allein über die Runden zu kommen, im nächsten Jahr wahrscheinlich nicht – dann muss sich der Landkreis Geld leihen, um seine Aufgaben erfüllen und investieren zu können.

Bei den Investitionen können nur kleinere Brötchen gebacken werden. Für die Straßen, Radwege und Schulen sind jeweils pro Jahr Gesamtausgaben vorgesehen, die sich im einstelligen Millionenbereich bewegen. Anders als von der Verwaltung geplant, erhalten die Eltern von Grundschülern weiter den Zuschuss für das Bildungsticket. Eine gute Nachricht gibt es auch für die Städte und Gemeinden: Ihre Abgabe an den Kreis, die Kreisumlage, bleibt unverändert.

Im neuen Doppelhaushalt ist kein Geld für weiteres Verwaltungspersonal eingeplant. Die Abgeordneten haben auf Antrag der Freien Wähler neue Stellen abgelehnt. 21 sollten es sein - 17 in diesem und vier im kommenden Jahr. So wollte Landrat Carsten Michaelis Bearbeitungszeiten in den Behörden verkürzen. Freie-Wähler-Kreisrat Matthias Trenkel zeigte sich zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis: „Wir stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand, müssen Verwaltungsstrukturen hinterfragen, Standards kritisch prüfen und Bürokratie reduzieren.“ Der Landkreis Zwickau könne zum Vorreiter im Freistaat werden.

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Vize-Landrätin Angelika Hölzel zu Investitionen