Kretschmer sichert mehrere kostenlose Schnelltests zu

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In Sachsen können sich alle Bürger mehrfach pro Woche kostenlos auf Corona testen lassen. Das hat Ministerpräsident Kretschmer gesagt und damit aber auch für jede Menge Irritation gesorgt. Denn bei dem Thema gibt es seitens der Politik keine eindeutige Kommunikation. Viele Sachsen sind verunsichert, denn sie finden keine offizielle Informationen zu dem Thema. Dabei gehört das Testen für viele inzwischen zum alltäglichen Corona-Alltag dazu. Ohne Test kein Einkauf bei Click & Meet - kein Friseurbesuch, kein Tierpark, kein Museum.

In der Impfverordnung des Bundes ist von mindestens einem Schnelltest in der Woche die Rede. Laut Kretschmer wird dies aber immer wieder falsch interpretiert. Drei Tests pro Woche seien empfohlen und auch möglich, so äußert sich der Regierungschef unter anderem beim Kurznachrichtendienst  Twitter.

Immer wieder wird die #Impfverordnung des Bundes falsch interpretiert. Mindestens einmal pro Woche bedeutet ausdrücklich, dass Tests mehrfach wöchentlich kostenlos möglich sind. Empfohlen sind sie dreimal pro Woche. #Sachsen#CoronaSNpic.twitter.com/KFKLUGXjM6

— Michael Kretschmer (@MPKretschmer) April 1, 2021

Testzentren haben unterschiedliche Informationen

In den Testzentren ist diese Information allerdings noch nicht überall angekommen. In Chemnitz zum Beispiel wissen einige Betreiber davon und unterstützen die Testoffensive auch dementsprechend. Vielen Apotheken aber ist die Aussage von Kretschmer völlig unbekannt. Sie bieten den Chemnitzern bisher nur einen kostenlosen Schnelltest pro Woche an.

„Das ist uns nicht bekannt. Die Leute erzählen es aber so.“, heißt es unter anderem aus der Apotheke im Vita-Center. „Nach derzeitigem Stand bekommen wir nur einen Test pro Woche und Bürger bezahlt.“ Die Apotheke im Neefepark weiß nur, dass mindestens einmal die Woche jedem der Bürgertest zusteht. „Aufgrund der großen Nachfrage kommt es bei uns bisher nicht zu Mehrfachtestungen von einer Person mehrmals die Woche.“

Anders reagiert die easy-Apotheke in der Chemnitzer Innenstadt. „Wir kennen die Aussage des Ministerpräsidenten und setzen sie auch so um“, sagt Betreiberin Manon Knaak. „Wir haben auch schon bemerkt, dass einige mehrfach in der Woche zum Testen zu uns kommen.“

Nicole Modl, die unter anderem das Testcenter auf dem Chemnitzer Neumarkt betreibt, sieht die Sachlage so: „Michael Kretschmer hat ja darauf verwiesen, dass sich alle Sachsen mehrfach in der Woche kostenlos auf Corona testen lassen können. Auch in der Testverordnung des Bundes ist die Rede von mindestens einmal pro Woche." Laut Modl bedeutet das ausdrücklich, dass Tests mehrfach wöchentlich kostenlos möglich sind. „Wir unterstützen die sächsische Testoffensive und testen jeden Besucher unserer derzeit acht Testcenter in Sachsen“, erklärt die Geschäftsführerin der Modl Medical Testcenter.

Das Medizinische Versorgungszentrum an der Bahnhofstraße in Chemnitz pflichtet dem bei. „Derzeit gehen wir davon aus, dass eine Begrenzung nicht wirklich vorliegt und der Test auch seitens der Praxen mehrmals je Person und Woche durchführbar und abrechenbar ist“, sagt Michael Kosel, Aufsichtsratsvorsitzender der MVZ-Verwaltungsgesellschaft. „Unklar war bisher, wie häufig der Arzt den Test auch abrechnen darf.“

Ähnlich äußert man sich bei Be-Safe in der Galerie Roter Turm. „Uns als Testcenter ist das bekannt. Wir haben uns aber dagegen entschieden, dies aktiv zu bewerben, da es hierzu keinen entsprechenden Gesetzesentwurf gibt.“ Intern könne man einsehen, wer wann und in welchem Testcenter war. Natürlich sei aber nicht nachvollziehbar, ob eine Person bereits an anderer Stelle zum Test war.

Mehrfach Testen wird nicht kontrolliert

Es gibt also keine eindeutige Regelung, auch nicht vom Freistaat. „Es besteht keine Pflicht zu prüfen, ob die Person bereits einmal getestet wurde. Daraus ergibt sich, dass ein mehrfaches Testen pro Woche möglich ist, sofern die Testkapazitäten verfügbar sind“, heißt es aus dem Sozialministerium.

Prinzipiell habe jeder Bürgerin und jeder Bürger Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche. „Erfahrungen mit kostenlosen Tests in Dänemark, Österreich und Bayern zeigen aber, dass nur ein Bruchteil der Bevölkerung von diesem Angebot Gebrauch macht“, teilte das Ministerium in Dresden mit Verweis auf das Bundesgesundheitsministerium mit.

Erste Testzentren sind überlastet

Der Ansturm auf die Testzentren nimmt unterdessen immer weiter zu. So stehen zum Beispiel im Rosenhof vorwiegend ältere Menschen an, die kein internetfähiges Handy haben. Sie bekommen das Testergebnis ausgedruckt, was dementsprechend länger dauert. Viele Mitarbeiter in den Testzentren sind mit der Situation völlig überlastet, in einigen Warteschlangen herrscht inzwischen auch eine gereizte Stimmung. „Wir müssen uns auch hin und wieder mal eine Beleidigung anhören“, berichtet uns ein Mitarbeiter. Damit es schneller geht, wird empfohlen, sich vorab einen Termin zu reservieren. Das ist zum Beispiel für einige Testcontainer in der Innenstadt auf der Webseite www.sicher-offen.com möglich.

Eine Liste der Anbieter in Chemnitz finden Sie hier.