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Kritische Lage in Zwickau: Geld auf der hohen Kante ist bald aufgebraucht

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Die Haushalt-Debatte ist eröffnet. Finanzbürgermeister Sebastian Lasch hat am Donnerstag im Stadtrat den Planentwurf für 2025/26 vorgestellt. Die gute Nachricht: Zwickau schafft es, für die nächsten beiden Jahre einen ausgeglichenen Haushalt zu beschließen. Die schlechte: Mittelfristig klafft ein großes Loch. Deshalb wird in den nächsten Wochen der Rotstift angesetzt.

Das Minus kann zunächst noch mit Rücklagen ausgeglichen werden. Bis 2027 sei die Liquidität gesichert, sagte Sebastian Lasch im Stadtrat. Doch dann wird es kritisch. Es droht bis 2029 ein jährliches Defizit von 15 Millionen Euro, wurde am Freitag bei einem Pressegespräch erklärt. Um das zu verhindern, muss jetzt ein Strukturkonzept aufgestellt werden. Das heißt: In den nächsten Woche wird hinter verschlossenen Türen diskutiert, wo gekürzt wird und wo Einnahmen erhöht werden, also Steuern oder Gebühren.

Erste Überlegungen gibt es bereits. So soll das Stadtfest 2025 wie gewohnt stattfinden, danach aber nur noch im Wechsel mit dem historischen Marktreiben, also alle zwei Jahre. Diese Idee stellte Sebastian Lasch in der Medienrunde vor. Im Interview nannte er anschließend unter anderem die Parkgebühren als Einnahmequelle, die mehr in die Stadtkasse fließen ließe.

Die Finanzlage oder -planung hat nach den Worten von Oberbürgermeisterin Constance Arndt eine neue Dimension. Die Einnahmen sind unklar, die Steuerprognosen nicht gut; wohin die Ausgaben gehen, ist ebenfalls ungewiss. Sebastian Lasch sah noch einen anderen Unterschied zu früher: Von Bund und Land sei keine Hilfe zu erwarten – „wir sind auf uns selbst gestellt.“

Audio:

Oberbürgermeisterin Constance Arndt zu den Ursachen der drohenden Schieflage:
Interview mit Finanzbürgermeister Sebastian Lasch: