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Landkreis Zwickau: Gesundheitsamt laut Landrat wieder auf Kurs

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Kein Durchkommen beim Gesundheitsamt, das größte Krankenhaus der Region an der Schmerzgrenze: Auch im Landkreis Zwickau hat sich das Infektionsgeschehen zuletzt zugespitzt. „Inzwischen haben wir die Lage aber wieder besser im Griff als vor einer Woche“, sagte Landrat Christoph Scheurer (CDU) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Am Montagnachmittag wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Das Zwickauer Gesundheitsamt war mit dem Anstieg der gemeldeten Infektionen seit den Herbstferien bei der Aufarbeitung der Corona-Fallzahlen und der entsprechenden Kontaktnachverfolgung in Verzug geraten.

Laut Scheurer ist dieser Rücklauf von im Durchschnitt zwei bis drei Tagen aber seit vergangener Woche aufgeholt. Als Grund nannte Sachsens dienstältester Landrat vor allem die Einarbeitung zusätzlicher Mitarbeiter, die einige Zeit in Anspruch genommen habe. Aktuell hat das Zwickauer Gesundheitsamt den Angaben zufolge 115 Mitarbeiter - im Normalfall seien es 25. Der Landkreis werde ebenfalls durch Bundeswehrangehörige und Beschäftigte des Freistaates unterstützt. „Das funktioniert inzwischen gut. Die Mitarbeiter sind in zehn Teams eingeteilt und arbeiten von 7 bis 21 Uhr im Zwei-Schichtbetrieb“, so Scheurer.

Dass der Landkreis derzeit ohne Amtsärztin dastehe, sei hingegen nicht das Problem. Mitten in der Corona-Krise wechselt die bisherige Leiterin des Gesundheitsamtes in einen Nachbarlandkreis. Bis zur Neubesetzung des Postens gebe es zwei Stellvertreter.

Auch Engpässe bei den Testkapazitäten, wie aus anderen Landkreisen berichtet, gibt es demnach in Zwickau nicht. Aktuell seien rund 15 Kindergärten teilweise oder ganz geschlossen. Von mehr als 100 Pflegeheimen im Landkreis sind Scheurer zufolge aktuell zwei mit einem hohen Infektionsgeschehen bekannt.

Das Robert Koch-Institut meldet für den Landkreis Zwickau (315 000 Einwohner) am Montag 2985 Corona-Fälle. Im benachbarten Erzgebirgskreis mit rund 335 000 Einwohnern - neben dem Landkreis Bautzen derzeit ein Hotspot in Sachsen - wurden bislang 5470 Fälle gemeldet. (dpa)