Landkreise werben mit Rückkehrer-Börsen um Heimkehrer
Mehrere sächsische Landkreise werben in den Weihnachtsferien um Rückkehrer. Auf Aktionstagen stellen sich Unternehmen mit konkreten Jobangeboten vor, um mit Fachkräften, die in andere Bundesländer abgewandert sind, in Kontakt zu kommen. Damit soll dem Fachkräftemangel und den Folgen des demografischen Wandels begegnet werden. Der Termin nach Weihnachten sei optimal, weil viele Menschen diese Zeit bei der Familie in ihrer alten Heimat verbrächten, sagte Jan Kammerl von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge.Im Erzgebirge wird der „Pendleraktionstag“ schon zum fünften Mal veranstaltet. In diesem Jahr wurde er sogar um einen zweiten Termin erweitert. Am 27. Dezember stellen sich Firmen in Annaberg-Buchholz vor und am 28. Dezember in Aue. Kammerl ist vom Erfolg der Aktion überzeugt. „Für mich sind die Unternehmen der Gradmesser, die wiederholt teilnehmen, weil es funktioniert.“Die Entscheidung für eine Rückkehr in die alte Heimat sei häufig eine emotionale, sagte Kammerl. „Wir sind uns völlig bewusst, dass wir beim Thema Entlohnung nicht das bieten können, was man in Bayern oder Baden-Württemberg verdienen kann.“ Voriges Jahr beteiligten sich mehr als 40 Mittelständler am Pendlertag, 800 Besucher kamen.Der Landkreis Bautzen veranstaltet zusammen mit der IHK und der Handwerkskammer Dresden am 27. Dezember zum dritten Mal die Aktion „Wiederda“. „Das Thema Fachkräftemangel und Abwanderung ist auch in unserer Region im Fokus“, teilte eine Sprecherin des Landratsamtes mit.Auch in Nordsachsen gibt es am 27. Dezember für potenzielle Heimkehrer die Möglichkeit, sich über Jobangebote zu informieren. Der „Nordsächsische Rückkehrertag“ wird zum zweiten Mal organisiert. In Delitzsch, Eilenburg, Oschatz und Torgau gibt es neben den Unternehmensangeboten auch Infos zu Kitas sowie Wohnen und Bauen.Der Landkreis Mittelsachsen bemüht sich ebenfalls um Heimkehrer. Die Region hat nach eigenen Angaben seit 1990 fast ein Fünftel ihrer Einwohner verloren. In Mittelsachsen gibt es keinen Aktionstag, aber eine „Nestbau-Zentrale“, die eine individuelle Beratung für Rückkehrwillige anbietet.(DPA)