Lebenszeichen vom Zwickauer Güterbahnhof
Der Zwickauer Güterbahnhof soll einmal der größte in Sachsen gewesen sein. In den vergangenen Jahrzehnten ist es still um ihn geworden. Doch in den vergangenen Monaten hat sich etwas getan: Der alte Portalkran wurde eingerüstet – nicht um abgerissen zu werden, sondern um ein neues Dach und eine neue Holzhülle zu bekommen. In dieser Woche sind sie zum Vorschein gekommen. Und wer sich die Anlage aus der Nähe anschaut, merkt, dass Betrieb ist auf dem Güterbahnhof.
Der Portalkran dürfte seit Jahrzehnten ruhen, vor sich hinrosten, verfallen. „Sein Dach und die Holzeinhausung waren stark beschädigt“, sagte uns eine Bahnsprecherin, „es bestand die Gefahr, dass bei Stürmen Teile herabfallen könnten.“ Die Deutsche Bahn beauftragte die Zwickauer Firma Lohann-Unger, beides zu erneuern: die Holzhülle inklusive Fenster und das Dach.
Von Demontage wurde abgesehen – der Kran sei ein „technikgeschichtlich bedeutsames Anlagenteil“, so die Bahnsprecherin. Dass er sich wieder in Bewegung setzt, dass die Laufkatze zum Leben erwacht, das bleibt vorerst ein Traum von Technikfreaks. Es fehlen viele Teile, Kabel zum Beispiel, andere sind verrostet oder inzwischen hinüber. Eine Laufschiene wurde „abgesäbelt“ und an ihrer Stelle asphaltiert.
Doch das Gleis selbst ist – ein paar Meter weiter – keineswegs verrostet. Es riecht nach Rinde. Dort und auf dem Nachbargleis werden Baumstämme verladen und abtransportiert. In Zwickau werden umfangreich Serviceeinrichtungen betrieben, teilte die Bahn auf Nachfrage mit. Nach wie vor werden Züge beladen und entladen, abgestellt und vor allem zusammengestellt. Die Anlagen werden, so heißt es, „konstant nachgefragt“, auch für das gesamte Jahr 2024.