Löwen im Leipziger Zoo ausgebrochen - ein Tier erschossen
Nach dem Ausbruch zweier Löwen im Zoo Leipzig ist eines der Tiere erschossen worden. Der zweite Löwe konnte ins Gehege zurückgedrängt werden, wie Zoodirektor Prof. Jörg Junhold am Donnerstag sagte. "Das war ein sehr trauriger Ausgang, den ich so nicht erhofft habe. Aber in diesem Fall ging die menschliche Sicherheit vor." Wie Junhold sagte, habe die Narkose nicht angeschlagen.Die beiden jungen Löwen waren am Morgen aus ihrem Freigehege entkommen. Wie das passieren konnte, sei unklar, sagte Junhold. Für Besucher habe keinerlei Gefahr bestanden. Die Löwen entkamen gegen 8.40 Uhr aus der Anlage - also noch vor der Öffnung des Zoos. Auch Pfleger und Zoo-Mitarbeiter seien nicht gefährdet gewesen. Majo und Motshegetsi hätten sich verängstigt in ein Gebüsch unweit der Löwen-Savanne zurückgezogen und seien mit Zäunen und Fahrzeugen eingekesselt worden. Welcher der Löwen erschossen wurde, kann der Zoo-Direktor zunächst nicht sagen. Und auch nicht, warum die Situation schließlich doch eskalierte. Der Löwe sollte mit einem Narkosegewehr betäubt werden. Doch dann sei wohl Unruhe entstanden und es sei die Entscheidung getroffen worden, das Tier zu töten. „In dem Fall geht die menschliche Sicherheit vor“, sagt Junhold. Im Zoo Leipzig habe es in den vergangenen Jahren keinen Raubtierausbruch gegeben. In Baruth südlich von Berlin entkamen im Juli zwei Löwen aus ihrem Gehege. Als Grund nannte die Tierparkleitung „menschliches Versagen“. Die Löwen wurden von einem Außenzaun gestoppt. Eine Tierärztin betäubte ein Tier, das zweite kehrte freiwillig in seine Anlage zurück. Majo und Motshegetsi lebten erst seit August in Leipzig. Die beiden afrikanischen Löwen - die Bezeichnung Etoscha leitet sich von einer Region in Namibia ab - waren aus Basel gekommen. Mit ihnen wollte der Zoo Leipzig eine neue Zucht beginnen. Wie es mit den Plänen nun weitergeht, ist offen. Direktor Junhold kündigte zunächst an, dass die Sicherheitsstandards an der Löwen-Savanne überprüft werden.