Masterplan für E5: schaumgebremst, aber nicht kraftlos
Es war zumindest für einige Beobachter verblüffend, was der Stadtrat vorige Woche zum Stadtteil 26 geliefert hat: Er lehnte das Quartierskonzept für E5 südlich der Sternenstraße ab - mit 20 Nein-Stimmen, 16 Ja-Stimmen und elf Enthaltungen.
Warum verblüffend?
Der Stadtteil liegt größtenteils brach, nachdem die meisten Neubaublöcke abgerissen wurden. Das Stadion war ein Hoffnungszeichen. Um dem Gebiet eine Zukunft zu geben, wurde das Quartierskonzept mit Masterplan in Auftrag gegeben. Der Finanzausschuss fasste ohne Gegenstimme im Sommer 2020 den Beschluss, ein Leipziger Büro mit dem Erstellen eines solchen Konzeptes zu beauftragen – Kostenpunkt: 169.500 Euro.
Im September wurden bei einer Einwohnerversammlung die Ergebnisse vorgestellt: im Wesentlichen fünf „grüne Zellen“ zum Wohnen und Arbeiten, Zellen mit Teichen und modernen Formen der Mobilität und Energieversorgung. In diesem Jahr kamen die Räte zum Zug. Bei der nicht öffentlichen Vorberatung im zuständigen Ausschuss („WUSA“) enthielt sich die Hälfte der Mitglieder, vier waren dafür, ein Mitglied war dagegen – macht mehrheitlich ein positives Signal.
Im Stadtrat gab es dazu nur einen Diskussionsbeitrag. Wolfgang Elsel (AfD) erklärte, dass seine Fraktion bei 6.000 leeren Wohnungen in Zwickau keinen Bedarf sieht. Außerdem wird mit höherwertigem Wohnraum mit entsprechenden Mietpreisen gerechnet. Danach wurde abgestimmt und, wie gesagt, das Konzept mehrheitlich abgelehnt.
Was nun mit dem Konzept – Schredder oder Schublade?
Zunächst sieht Uwe Ziesler von der Stabsstelle Stadtentwicklung einen Imageschaden für die Stadt: „dass Zwickau nicht als innovativ dargestellt wird.“ Das Nein des Stadtrates habe dem Konzept mit dem Masterplan den Schwung genommen, sagt Uwe Ziesler, „aber wir wollen dieses Konzept nicht in die Tonne drücken, sondern wir wollen es weiterentwickeln, auch in Teilen.“
Zu den einzelnen Bereichen oder Zellen können B-Pläne erstellt und beschlossen werden. Als erster „Kandidat“ gilt das Forschungszentrum der WHZ „All Electric Society“. Der nicht beschlossene Masterplan sieht es östlich von der Stadionanlage vor. Auch mit der GGZ und der ZWG soll beraten werden, auf welchen Flächen es wie weitergehen könnte. Schublade! Und möglichst schnell: Schublade auf!