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Max Pechstein und der Tanz: Neue Ausstellung in Zwickau

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Max Pechstein und der Tanz: Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung der Bedeutung des Tanzens im Werk des Expressionisten. Von diesem Samstag an zeigen die Zwickauer Kunstsammlungen unter der Überschrift "Tanz! Max Pechstein: Bühne, Parkett, Manege" 75 Gemälde, Druckgrafiken und Skizzen des "Brücke"-Malers. Flankierend dazu sind illustrierte Briefe, Postkarten, Programmhefte, Fotografien oder Film- und Musiksequenzen aus der Zeit um 1910 zu sehen und zu hören. "Wir wollten ein ganzes Panorama eröffnen für die Zeit, ein Eintauchen in den Alltag von Max Pechstein", sagte Petra Lewey, Leiterin der Kunstsammlungen Zwickau am Donnerstag. Viele der Motive Pechsteins (1881-1955) seien direkt vor Ort im Theater, im Variète oder im Zirkus als Skizzen entstanden, erklärte Kuratorin Annika Weise. Der Künstler zog demnach 1908 von Dresden nach Berlin und fand beim Ausgehen in der pulsierenden Metropole reichlich Inspiration. "In diesen kleinen Arbeiten erfasste Pechstein mit wenigen Strichen das Wesentliche - das ist das Reizvolle daran." Die Ausstellung zeigt sowohl das erste Gemälde des Malers zu diesem Thema aus dem Jahr 1909 als auch das letzte von 1951: "Mondscheintanz", inspiriert von seiner Südseereise und den rituellen Tänzen der indigenen Bevölkerung. Tanzen als Motiv sei mit den beiden Weltkriegen aus dem Werk Pechsteins verschwunden und scheine erst im Spätwerk wieder auf, ergänzte Petra Lewey. Während der Ausstellung bis zum 14. Juli wandelt sich das Museum gleich mehrfach zur Bühne: Passend zum Thema sind Ballettaufführungen, Tanzperformances und Führungen mit anschließender Tanzstunde geplant. Zudem entführt ein Kinder- und Jugendzirkus das Ausstellungspublikum in die Welt der Manege. Das Max-Pechstein-Museum ist seit 2014 wichtiger Bestandteil der Kunstsammlungen Zwickau. Zu sehen sind in der Dauerausstellung Werke aus sieben Jahrzehnten, angefangen beim frühesten erhaltenen Gemälde "Geierwally" aus dem Jahr 1896 über die Werke der "Brücke"-Zeit bis hin zu Gemälden aus den letzten Lebens- und Schaffensjahren des in Zwickau geborenen Künstlers. (dpa)

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Petra Lewey