- Ulrike Mehlhorn und Dorette Hieronimus - Urenkelin und Enkelin von Firmengründer Rudi Mehlhorn
Mehlhorn hält Fahne der Branche hoch
Ein kleines Banner mit dem Schriftzug „Mehlhorn“ gibt einen dezenten Tipp. Ansonsten fällt der Familienbetrieb in Langenbernsdorf kaum auf, zumindest auf den ersten Blick. Hier befindet sich die inzwischen einzige Saftkelterei des Kreises Zwickau - in ganz Sachsen gibt es gerade 28. Das Team arbeitet eher unauffällig, aber mit Herz und Erfolg. Wer anhält und mit der Familie ins Gespräch kommt, erfährt Überraschendes.
Die Säfte und Fruchtweine aus Langenbernsdorf sind in allerhand Regalen der Region zu finden: Getränke Hoffmann bietet in neun Filialen eine große Auswahl von Mehlhorn-Produkten an, auch zehn Supermärkte haben sie im Sortiment. Und sie gehen offenbar über den Ladentisch bzw. das Kassenband. Denn: „Das Interesse des Handels hat zugenommen“, sagt Ulrike Mehlhorn, zuständig unter anderem für die Kundenbetreuung.
Dass Mehlhorn im Einzelhandel punktet, ist nur ein Faktor für den steigenden Absatz. Dieses Standbein sorgt auch nur für ein Drittel des Umsatzes. Zwei Drittel kommen aus der sogenannten Lohnmostkelterei. „Lohnmostverarbeitung ist das Fundament unserer Arbeit. Und das kann man sich so vorstellen: Kunden aus der Umgebung ernten in ihrem Garten Obst, bringen es zu uns; wir verarbeiten es und die Kunden bekommen den Saft zu deutlich günstigeren Preisen“, erklärt Ulrike Mehlhorn dieses Geschäftsfeld. Rund 3.000 Kunden hat Mehlhorn, die im Hofladen einkaufen, und der überwiegende Teil liefert auch selbst Äpfel und andere Früchte. Tendenz: steigend.
Die Zahl der Betriebe in dieser Branche sinkt. Zuletzt haben Saftkeltereien in Glauchau und Stollberg aufgehört. Einige der Kunden kommen jetzt mit ihrem Obst nach Langenbernsdorf. Mehlhorn steht voll im Saft, so scheint es. 30 Saftsorten und fünf Weine hat der Familienbetrieb aktuell auf dem Markt - darunter Rote-Bete-Apfel-Maracuja, eine Mischung, die es nur von dieser Kelterei gibt. Und Ulrike Mehlhorn und ihre Tante haben schon einen Plan, was sie als nächstes kreieren könnten.
