Micha Klein

Die Familienchronik berichtet, dass ich schon früh ein gewisses journalistisches Gespür und vor allem „Sendungsbewusstsein“ entwickelt hätte: Während ich das unschuldige Spiel mit Bauklötzen vortäuschte, soll ich klammheimlich Familiengeheimnisse recherchiert haben, um diese bei möglichst unpassender Gelegenheit einer größeren Öffentlichkeit von Tanten und Nachbarn zu präsentieren.
Zwei Karrierewege lagen also auf der Hand: Entweder IM oder IMM („Irgendwas mit Medien“). Dem Lauf der Geschichte und der damit sinkenden Nachfrage haben wir es zu verdanken, dass aus mir kein Top-Spion wurde. (Es wären die meisten bei „Mein Name ist Klein, ganz klein“ auch sicherlich eher geschüttelt und nicht gerührt.)

Nach den Bauklötzen folgten Kindergarten und Schule und die nächsten Gewissenskämpfe zwischen Elektrobaukasten und Kassetten-DJ, zwischen Regensammler und CD-Sammlung, zwischen Computer AG und Radio AG, zwischen Wetterstation und Radiostation, zwischen Roboterbauer und Radiofuzzi. Eigentlich hätte ich den Weg in die Seriosität dann fast noch geschafft: Mathe-Physik-Abitur! Und dann hätte der Berufsberater mit seiner Empfehlung „Hörgeräteakkustiker“ fast auch noch dafür gesorgt, dass ich morgens nur in ganz wenige Ohren komme… Es kam anders und kurze Zeit später moderierte ich die Musikwunschsendung meines Heimatsenders in Nordrhein-Westfalen.

Und Überraschung: Auch im Radio gibt es Wetter! Durch wundersame Fügung verbanden sich plötzlich die Dinge, alles bekam einen Sinn. Als dann auch noch jemand das Internet erfand, zahlten sich sogar noch Computer AG und Elektrobaukasten aus und mit „Donnerwetter.de“ starteten wir eine der ersten deutschen Wetterseiten.

Diese äußerst zielstrebige, geradlinige und fundierte Grundausbildung ist natürlich die allerbeste Basis, um zu einer Uhrzeit, in der die meisten gesunden Gehirne noch in der Auftauphase sind, über das Paarungsverhalten großstadtnaher Rehböcke, die Toilettennutzungsgebräuche in asiatischen Inselstaaten oder den geistigen Gesundheitszustand von Fernseh-Dschungelbewohnern diskutieren zu können.
Und das Wetter. Falls dafür noch Zeit sein sollte. Denn das nächste Käffchen wartet schon…

Micha Klein

Die Familienchronik berichtet, dass ich schon früh ein gewisses journalistisches Gespür und vor allem „Sendungsbewusstsein“ entwickelt hätte: Während ich das unschuldige Spiel mit Bauklötzen vortäuschte, soll ich klammheimlich Familiengeheimnisse recherchiert haben, um diese bei möglichst unpassender Gelegenheit einer größeren Öffentlichkeit von Tanten und Nachbarn zu präsentieren.
Zwei Karrierewege lagen also auf der Hand: Entweder IM oder IMM („Irgendwas mit Medien“). Dem Lauf der Geschichte und der damit sinkenden Nachfrage haben wir es zu verdanken, dass aus mir kein Top-Spion wurde. (Es wären die meisten bei „Mein Name ist Klein, ganz klein“ auch sicherlich eher geschüttelt und nicht gerührt.)

Nach den Bauklötzen folgten Kindergarten und Schule und die nächsten Gewissenskämpfe zwischen Elektrobaukasten und Kassetten-DJ, zwischen Regensammler und CD-Sammlung, zwischen Computer AG und Radio AG, zwischen Wetterstation und Radiostation, zwischen Roboterbauer und Radiofuzzi. Eigentlich hätte ich den Weg in die Seriosität dann fast noch geschafft: Mathe-Physik-Abitur! Und dann hätte der Berufsberater mit seiner Empfehlung „Hörgeräteakkustiker“ fast auch noch dafür gesorgt, dass ich morgens nur in ganz wenige Ohren komme… Es kam anders und kurze Zeit später moderierte ich die Musikwunschsendung meines Heimatsenders in Nordrhein-Westfalen.

Und Überraschung: Auch im Radio gibt es Wetter! Durch wundersame Fügung verbanden sich plötzlich die Dinge, alles bekam einen Sinn. Als dann auch noch jemand das Internet erfand, zahlten sich sogar noch Computer AG und Elektrobaukasten aus und mit „Donnerwetter.de“ starteten wir eine der ersten deutschen Wetterseiten.

Diese äußerst zielstrebige, geradlinige und fundierte Grundausbildung ist natürlich die allerbeste Basis, um zu einer Uhrzeit, in der die meisten gesunden Gehirne noch in der Auftauphase sind, über das Paarungsverhalten großstadtnaher Rehböcke, die Toilettennutzungsgebräuche in asiatischen Inselstaaten oder den geistigen Gesundheitszustand von Fernseh-Dschungelbewohnern diskutieren zu können.
Und das Wetter. Falls dafür noch Zeit sein sollte. Denn das nächste Käffchen wartet schon…