Moschee in Zwickau? Abgelehnt – aktuell ist nur ein „Mini“-Bauantrag
Eine Boulevard-Zeitung berief sich aufs Innenministerium und behauptete, dass in Zwickau ein neues muslimisches Gebetshaus geplant sei. Die AfD trug diese Nachricht in den Stadtrat. Dort stellte die Oberbürgermeisterin in der Juni-Sitzung klar, dass aktuell keine Genehmigung und auch kein Antrag zum Bau einer Moschee vorliegt. Auf eine weitere Nachfrage der AfD wurden nun Details der vergangenen zehn Jahre veröffentlicht. Fazit: Es gab vor einigen Jahren Pläne, eine Moschee zu bauen, doch die sind vom Tisch; was derzeit wirklich bearbeitet wird, ist der Antrag auf eine Änderung, die von der Straße aus nicht zu sehen ist.
Der Verein Al Ansar trifft sich seit Jahren in der Nähe des Hauptbahnhofs. Im vergangenen Jahr legte er einen Bauantrag vor, teilte Baubürgermeisterin Silvia Queck im Juli auf Anfrage von Stadtrat Sven Itzek mit: Der Verein will bestehende Räume des Gebäudes als Vereins- und Gebetsräume nutzen und eine Terrasse überdachen. Mehr nicht. Keine Kuppel, kein Minarett, kein Anbau.
Anders war das 2020 und 2021. Da gab es jeweils eine Bauvoranfrage zum Errichten einer Moschee mit Minarett an der Reichenbacher Straße. Die erste Bauvoranfrage nahm der Antragsteller zurück, die zweite wurde abgelehnt. Den Widerspruch wies die Landesdirektion zurück. Auf eine Klage wurde verzichtet. Für ein Vereinshaus mit Gebetsräumen, aber ohne Kuppel und Minarett, an der Äußeren Dresdner Straße gab es 2019 grünes Licht. Doch das Vorhaben wurde nicht umgesetzt, die Genehmigung ist inzwischen abgelaufen.