Tatverdächtiger aus Großröhrsdorf muss in die Psychiatrie

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Nach dem Tötungsverbrechen an einer 16-Jährigen in Großröhrsdorf im Landkreis Bautzen ist der tatverdächtige Teenager in die Psychiatrie eingewiesen worden. Das hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Nach der Vorführung beim Ermittlungsrichter sei die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung angeordnet worden, heißt es in einer Mitteilung. Die Ermittlungen zum Tatmotiv, zur Begehungsweise und den sonstigen Tatumständen dauern an.

Der 15-jährige Deutsche aus Großröhrsdorf soll das Mädchen vor einer Woche niedergestochen haben. Er war am Donnerstag festgenommen worden. Ermittler hatten die Wohnung des Jugendlichen durchsucht. Dabei wurden umfangreiche Beweismittel gesichert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch Kräfte der Bereitschaftspolizei und des Landeskriminalamtes waren im Einsatz.

Wie uns Staatsanwalt Christopher Gerhardi sagte, kannten sich Täter und Opfer. "Es ist definitiv so, dass es zwischen beiden eine Beziehung gab - man sich also auf jeden Fall näher kannte." , so Gerhardi. Nähere Angaben könnten aber auch mit Rücksicht auf das junge Alter des Tatverdächtigen nicht gemacht werden. Aktuell werde auch die Tatwaffe gesucht.

Polizei und Staatsanwaltschaft warnen vor Selbstjustiz

Bislang konzentrieren sich die Ermittlungen auf das direkte Umfeld des Opfers. Hinweise aus der Bevölkerung haben dabei den dringenden Tatverdacht auf den 15-Jährigen gerichtet, hieß es. Dennoch appellieren die Ermittler an die Bevölkerung: „Als Grundprinzip eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens gilt immer die Unschuldsvermutung. Es besteht die Gefahr von Vorverurteilungen. „Selbstjustiz“ und Bedrohungen sind strafbar, nicht gewünscht und können die Ermittlungen behindern. Diese liegen ausschließlich bei Polizei und Staatsanwaltschaft.“, so die Behörden.

Angaben zum Hergang und Motiv der Tat machte die Polizei aktuell noch nicht. Beamte hatten die Jugendliche nach einem Hinweis am 15. September schwer verletzt im Bereich eines Garagenkomplexes in der Stadt östlich von Dresden gefunden. Sie war reanimiert worden, später im Krankenhaus aber gestorben. Die Obduktion des Opfers ergab, dass die Frau ihren Stichverletzungen erlag.

Am Mittwochabend war in Großröhrsdorf eine Mahnwache für das Mädchen abgehalten worden. Zuvor musste die Polizei den Versuch einer möglichen Selbstjustiz verhindern. In den sozialen Medien kursierten Bilder vermeintlicher Täter.