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Nachfahre einer jüdischen Familie: Wir fühlen uns als Teil von Zwickau

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Am Poetenweg erinnern jetzt fünf Stolpersteine an das Ehepaar Kalman und Fani Mannes und ihre Kinder Margarete, Ruth und Siegfried. Die Steine mit den Namen wurden am Dienstagvormittag im Beisein von zwölf Angehörigen der Familie eingeweiht. Sie waren aus England und Italien angereist.

Die Familie Mannes war 1910 von Berlin nach Zwickau gezogen und betrieb in der Marienstraße ein Molkerei- und Käsegeschäft. 1935 floh sie nach London. Die Eltern erlebten dort das Kriegsende nicht mehr, die Kinder starben später ebenfalls in London. 18 Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums haben sich mit dem Schicksal der Familie intensiv beschäftigt. Eine Schülerin aus der 11. Klasse erzählte die Geschichte bei der kleinen Zeremonie auf dem Poetenweg – zunächst auf Deutsch, dann auf Englisch.

Die Angehörigen waren sichtlich gerührt und legten gelbe Rosen neben den Steinen ab. Er sei von seinen Gefühlen überwältigt, sagte uns Daniel Nelki, Enkel von Ruth Nelki, geb. Mannes: „Ich war gleichzeitig glücklich und traurig, wenn das möglich ist. Jetzt bin ich sehr glücklich, weil ich die Steine sehe und ich fühle, dass Deutschland meine Familie wahrnimmt. Und das gibt mir das Gefühl: Das ist auch meine Heimat.“ Er und seine Kinder haben die deutsche Staatsbürgerschaft. „So fühlen wir uns als Teil von Deutschland und Zwickau.“   

Audio:

Daniel Nelki, Enkel von Ruth Nelki, geb. Mannes:
Interview mit Senta Schubert vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium: