Neue Erkenntnisse zum NSU: Zwickaus Oberbürgermeisterin fassungslos
Die neuen Enthüllungen zum Zwickauer Neonazi-Trio NSU haben in Sachsen für Aufsehen gesorgt und den Ruf nach einer lückenlosen Aufklärung verstärkt. Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) zeigte sich fassungslos. „Mit jedem neuen Puzzleteil fragt man sich umso mehr, wie das alles möglich gewesen ist“, sagte sie am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Anlass für die neuerliche Debatte ist die ARD-Dokumentation „Der NSU-Komplex“, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde. Demnach soll der mutmaßliche NSU-Terrorist Uwe Mundlos zeitgleich zum Beginn der Neonazi-Mordserie für die Firma eines Informanten des Verfassungsschutzes gearbeitet haben. Der Firmeninhaber, Neonazi Ralf Marschner, habe damals als Spitzel an den Verfassungsschutz berichtet. In einem seiner Zwickauer Geschäfte soll zudem Beate Zschäpe gearbeitet haben. Mitglieder des parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschuss in Sachsen verlangten Auskunft. Die CDU will Verfassungsschutzpräsident Maaßen vorladen. „Er soll gegenüber dem Landtag darlegen, welche Kontakte die V-Leute seiner Behörde zum NSU-Trio hatten“, betonte CDU-Obmann Steve Ittershagen. Auch Maaßens Vorgänger Heinz Fromm und damalige Führungsoffiziere des Zwickauer V-Mannes sollten aussagen. (dpa)