Neun Stadträte werden sich durch Gewandhausakten wühlen
Der Zwickauer Stadtrat hat am Donnerstagabend einstimmig - bei einigen Enthaltungen - einen Akteneinsichtsausschuss ins Leben gerufen. Er wird sich mit den Problemen auf der Gewandhausbaustelle beschäftigen, nachdem die Stadt vor einem Monat dem Planer gekündigt hatte. Der Ausschuss wird am 2. November zum ersten Mal unter Leitung von Oberbürgermeisterin Pia Findeiß zusammenkommen. Ihm gehören neun Stadträte aller Fraktionen an. Sie wollen im Februar Ergebnisse vorlegen. Initiator des Ausschusses war die Linke. Deren Fraktionsgeschäftsführer Sven Wöhl sagte, dass es am Ausschuss liege, welche Konsequenzen dann gezogen würden: „Eine könnte die Wiedereinstellung des gekündigten Architekturbüros ST sein, oder wir wissen letztendlich, ob wir ein Personalproblem im Hochbauamt haben.“
Lutz Feustel von der CDU sagte, seine Fraktion halte den Ausschuss zwar nicht für sinnvoll, sie verfolge aber das Ziel, schnell und im Kostenrahmen fertig zu werden im Gewandhaus.
Sven Itzek, AfD, hatte an die Baufachleute und Juristen im Rat persönlich appelliert, sich zur Verfügung zu stellen. „Wir brauchen Fachkompetenz, um erfolgreich zu sein.“ Umsonst. Keiner der von ihm Angesprochenen macht mit im Ausschuss.
FDP-Mann Carsten Schick und sein Parteikollege Fritz Binder sperrten sich zwar nicht gegen den Akteneinsichtsausschuss, machten aber klar, dass ihnen die Antworten der Baubürgermeisterin in der (nichtöffentlichen) Ratssitzung am 16. Oktober ausreichten.
Nach der Kündigung des Planers ist völlig offen, wann die Theaterspielstätte wiedereröffnet wird und wie hoch die Kosten sein werden. Geplant waren ursprünglich 14 Millionen Euro.