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Streik am HBK - Beschäftigte im Ausstand

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Am Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau wird am Freitag gestreikt – erstmals in der Geschichte des HBK. Aufgerufen sind die nichtärztlichen Beschäftigten. Die Notfallversorgung soll sichergestellt werden, geplante Operationen könnten wegfallen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert rückwirkend ab Juli eine Gehaltserhöhung von 15 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich. Außerdem soll der Inflationsausgleich auf die volle steuerfreie Höhe von 3.000 Euro angehoben werden. Gewerkschaftsmitglieder sollen weitere 600 Euro pro Jahr erhalten.

Streitpunkt ist die Vertragslaufzeit: Verdi will ein Jahr, die Klinikleitung drei Jahre. Dafür bietet sie ein Plus von 17,5 Prozent, was in seiner vollen Höhe im April 2027 wirksam würde.

Verdi-Verhandlungsführer André Urmann erklärte am Donnerstag, dass die Tarifgehälter am HBK weit unter denen vergleichbarer Krankenhäuser in Sachsen lägen. Mit dem aktuellen Arbeitgeberangebot hätten die Beschäftigten im nächsten Jahr teilweise sogar weniger Netto im Portemonnaie als jetzt – wegen der Inflation.  

Verdi-Sekretärin Simone Bovensiepen sagt, dass der Streik mit der Frühschicht beginnt und bis 22 Uhr andauert. Die Tarifparteien wollen am 7. November zu weiteren Gesprächen zusammenkommen. Ob bis dahin nochmal zu Streiks aufgerufen wird, ließ die Gewerkschafterin offen. (mit rko)

Infolge des Warnstreiks der Pfleger und Krankenschwestern mussten am HBK gestern geplante Eingriffe an Tumorpatienten und Kleinkindern kurzfristig abgesagt werden. Das hat die Klinikleitung mitgeteilt.

Update 14:00 Uhr: Infolge des Warnstreiks mussten geplante Eingriffe an Tumorpatienten und Kleinkindern kurzfristig abgesagt werden. Das hat die Klinikleitung mitgeteilt. Mit dem vorhandenen Personal hätte nur rund ein Fünftel des üblichen OP- und Behandlungsprogramms realisiert werden können. Konzentriert habe man sich nach Rücksprache mit den jeweiligen Fachbereichen auf nicht aufschiebbare Eingriffe. Krankenhausbetrieb und Notfallbereitschaft konnten aufrechterhalten werden.

Update 13:30 Uhr: Uns erreichte diese anonyme Zuschrift eines ITS-Mitarbeiters: „Ich finde es tatsächlich einfach nur bedauerlich und unendlich frustrierend, dass man in der heutigen Zeit nur noch mittels Streik die notwendige Aufmerksamkeit als Pflegekraft erhält. Uns geht es einfach nur um eine faire Entlohnung und nicht darum, den 'Betriebsfrieden' zu stören oder mutwillig die Patienten zu gefährden, wie es uns leider von denen, die bereits fürstlich vom HBK bezahlt werden, unterstellt wird. Das Leben ist aufgrund der Inflation einfach nur noch teuer geworden; die Unterhaltungskosten, die Lebensmittel – Urlaub und viele Hobbys sind zu einem Luxus geworden. Ich finde, gerade in der Pflege ist ein gewisser Ausgleich zu dem ganzen körperlichen und seelischen Ballast einfach essenziell. Diese Unterschiede, die in der Pflege zwischen den verschiedenen Krankenhäusern gemacht werden, ärgern mich einfach nur noch.“

Audio:

Reporter Ralph Köhler war am Freitagmorgen im Gespräch mit Verdi-Verhandlungsführer André Urmann und Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen