OB Findeiß: „Straßenbahn zum Hauptbahnhof muss bleiben“
Vor dem Grundsatzbeschluss am Donnerstag hat die Oberbürgermeisterin an die Stadträte appelliert, den Hauptbahnhof nicht von der Straßenbahn abzukoppeln. „Ich kenne keine vergleichbare Stadt, in der die Tram nicht bis zum Bahnhof fährt“, sagte Pia Findeiß am Montag vor Journalisten.
Die Stadtchefin warb für das Zwickauer ÖPNV-Konzept, das auch eine neue Straßenbahn-Querverbindung vom Bahnhof zur Werdauer Straße vorsieht. Das droht im Rat durchzufallen. Gegner der Straßenbahn wollen aus Kostengründen lieber E-Busse zum Bahnhof fahren lassen.
Der Grundsatzbeschluss ist nötig, weil der Bahnhofsvorplatz modernisiert werden soll. Laut einer Studie kostet es 19,5 Millionen Euro, den Vorplatz umzugestalten, die Straße am Bahnhof und die Kopernikusstraße zur Innenstadttangente auszubauen und auf ihr eine zweigleisige Tramlinie zu installieren.
Der Anteil der Straßenbahnbaukosten liegt nach Angaben von Tiefbauamtschef Thomas Pühn bei rund sechs Millionen Euro. Weil das Land Fördergelder gibt, würden auf Zwickau noch höchstens 25 Prozent der Kosten entfallen. Im Idealfall nur zehn Prozent.
„Es wäre ein großer Fehler, das Projekt zu beerdigen“, sagte Pühn. Seit dem Abriss der ehemaligen Sipro an der Bahnhofstraße seien die Voraussetzungen für eine Querverbindung ideal. Eine „Milchmädchenrechnung“ nannte Pühn die Kostengegenüberstellung von Bussen und Straßenbahnen: „Busse verschleißen eher, verstopfen die Straßen und fahren diese kaputt.“ Das werde zu wenig berücksichtigt.