Obdachlose können länger im Nachtquartier bleiben

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Wohnungslose haben in Zwickau fast rund um die Uhr die Möglichkeit, sich in geschützten und warmen Räumen aufzuhalten. Die städtische Übernachtungsstelle öffnet ab jetzt bereits 17 Uhr und steht bis 9 Uhr zur Verfügung – das sind zwei Stunden mehr als sonst. Ab minus zwölf Grad kommt noch eine Stunde dazu. Der Tagestreff der Stadtmission bietet von 10 bis 16 Uhr die Gelegenheit, sich aufzuwärmen.

Die Stadt reagierte mit den neuen Öffnungszeiten der Nachtunterkunft auf die frostigen Temperaturen. „Wir wollen den Obdachlosen natürlich einen Schutzraum bieten“, sagte uns der Leiter des Sozialamtes Marcel Kruppa, „wenn sie bei uns am Morgen aus der Tür gehen, können sie zum Tagestreff gehen und anschließend, wenn er schließt, zu uns in die Übernachtungsstelle kommen.“

Zwickau sei gut aufgestellt, denkt Petro Richter von der Wohnungsnotfallhilfe der Stadtmission: „In der Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem freien Träger Stadtmission haben wir ein Angebot zur Hilfe geschaffen, was die Menschen, die hier in Wohnungsnot geraten, sehr gut auffängt.“

Zur Wahrheit gehört auch, dass es Obdachlose gibt, die Angebote ablehnen, beispielsweise die Übernachtungsstelle nicht betreten. „Es sind oft psychisch Kranke, die Hilfe ablehnen und dann im öffentlichen Raum sind und dort auch ihre Nächte verbringen“, sagt Petro Richter. Er und seine Mitarbeiter versuchen dann, mit Schlafsäcken und warmen Getränken zu helfen. Die Stadtmission bittet dabei auch auf Hinweise, wenn jemand Obdachlose in einer hilflosen Situation sieht.

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