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Pia Findeiß fassungslos nach NSU-Enthüllungen

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Oberbür­ger­meis­terin Pia Findeiß zeigt sich angesichts neuer Erkennt­nisse zum Leben des NSU-Trios in Zwickau fassungslos. „Mit jedem neuen Puzzle­teil fragt man sich umso mehr, wie das alles möglich gewesen ist“, sagte das Stadt­ober­haupt der Deutschen Presse-Agentur. „Dass nach allem, was passiert ist, noch immer Akten unter Verschluss sind, ist völlig unver­ständ­lich.“ Ralf Marschner sei unter seinem Spitz­namen „Manole“ ein „stadt­be­kannter Neonazi“ gewesen, sagte Findeiß. Der Unter­nehmer soll zeitweise Uwe Mundlos und Beate Zschäpe beschäf­tigt haben.

Marschner war unter dem Tarnnamen „Primus“ als Infor­mant für das Bundesamt für Verfas­sungs­schutz (BfV) tätig. Eine Sprecherin des Inlands­ge­heim­dienstes wollte den Vorgang zunächst nicht kommen­tieren.

Der Unter­su­chungs­aus­schuss im Bundestag zur NSU will den neuen Hinweisen in dem Fall gründ­lich nachgehen. „Wenn es sich als wahr heraus­stellen sollte, dass Uwe Mundlos für einen V-Mann gearbeitet hat, dann hätte das eine völlig neue Dimen­sion, sagte der Ausschuss­vor­sit­zende Clemens Binninger von der CDU in Berlin.

Zwei Neben­klage-Anwälte im NSU-Prozess riefen Kanzlerin Angela Merkel auf, sich in die Aufklä­rung einzu­schalten.

Dass Mundlos unter falschem Namen von 2000 bis 2002 als Vorar­beiter des Bauun­ter­neh­mers Marschner einge­setzt gewesen war, berichtet ein Autoren­team um Stefan Aust in der am Mittwoch­abend ausge­strahlten ARD-Dokumen­ta­tion "Der NSU-Komplex".