Pläne, damit mehr Zwickauer aufs Fahrrad steigen
Die Zwickauer Radfahrer sind mit ihrer Stadt unzufrieden. Die Noten fallen mies aus. Deshalb wurde 2019 beschlossen, ein Radverkehrskonzept zu entwickeln. Inzwischen liegt der Entwurf vor. Die Kernaussagen präsentiert die Stadt auf ihrer Homepage. Zu finden sind dort interessante Zahlen, konkrete Schritte und kühne Pläne.
Zu Beginn des Jahres hatte die Stadtverwaltung für Radfahrer eine Umfrage gestartet. Fast 900 Zwickauer oder Gäste haben sich beteiligt. Ein Ergebnis: 80 Prozent fühlen sich mit dem Rad in Zwickau unsicher oder eher unsicher. Ganz oben auf der Wunschliste steht: Vermeidung von Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern. Im Klartext heißt das: mehr Radwege und mehr Schutzstreifen.
Wie das Radnetz erweitert werden soll, dazu werden konkrete Pläne vorgelegt. In der Summe soll die Länge der Radverkehrsanlagen mehr als verdoppelt werden: aktuell sind es 53 Kilometer, 137 sollen es werden. Das letzte Stück für Radfahrer an der Äußeren Dresdner Straße ist schon im Bau. Als Sofortmaßnahme wird unter anderem die Markierung von Radverkehrsanlagen auf ausgewählten Abschnitten genannt. Als konkretes Beispiel nennt Christian Foltas aus dem Tiefbauamt die Horchstraße zwischen Trabantstraße und Pölbitzer Straße.
Auch Lücken sollen geschlossen werden. Ein großer Fortschritt wäre die vorgesehene Verbindung zwischen Neuplanitz und dem Marienthaler Radweg. Die Sanierung der Olzmannstraße und auch der Neuplanitzer Straße soll dafür genutzt werden. Am etwa höchsten Punkt der Olzmannstraße ist vorgesehen, ein neues Stück Radweg anzulegen: „Das ist eine neue Verbindung zwischen der Olzmannstraße und der neuen Wohnsiedlung an der Hofer Straße“, erklärt Christian Foltas.
Manches scheint wie eine Vision: Zum Beispiel ist ein zweiter Radweg an der Mulde geplant – und zwar am östlichen Ufer. Der Grund ist die Überlastung des beliebten Weges auf der anderen Seite, wo Radfahrer, Spaziergänger, Jogger etc. unterwegs sind.
Die Präsentation steht bis Weihnachten auf Zwickau.de. Bis dahin können diese Ideen auch kommentiert werden. Im neuen Jahr soll das Konzept dann im Stadtrat beschlossen werden.