++ EIL ++
  • Das Dünnebierhaus an der Katharinenstraße.
  • Entworfen wurde das Gebäude vom Bauherr der Meißener Albrechtsburg - Arnold von Westfalen.

Premium-Schnaps statt dünnes Bier

Zuletzt aktualisiert:

Das Dünnebierhaus an der Katharinenstraße ist bei einem Spaziergang von der Innenstadt zur Mulde nicht zu übersehen. Entworfen wurde es von Arnold von Westfalen, dem Erbauer der Albrechtsburg in Meißen - erbaut von Nicol Römer, dem Bruder Martin Römers. Bleibt noch die Frage, woher das Gebäude eigentlich seinen Namen hat? 

Die Entstehungsgeschichte beginnt vor etwa 140 Jahren. Zu dieser Zeit wurde das Dünnebierhaus zur Wiege einer hochprozentigen Kreation. Und obwohl es hierbei natürlich um Alkohol geht, hat das Ganze nichts mit Bier zu tun.

Stattdessen war es Emil Gustav Dünnebier, auf den die Bezeichnung zurückgeht. Der Kolonialwarenhändler zog Ende des 19. Jahrhunderts in das Haus und betrieb dort seinen Laden. Nebenbei experimentierte er im Keller mit Kräutern und Gewürzen. Dabei entstand ein Magenbitter, der ihm zu Weltruhm verhalf. Im Jahr 1900 auf der Weltausstellung in Paris wurde der Aromatique mit Gold ausgezeichnet.

Noch heute wird der Dünnebierschnaps vertrieben - jedoch nicht in Zwickau, sondern von einem Unternehmen in Elmenhorst bei Rostock. Das Dünnebierhaus in der Innenstadt hat sich mittlerweile also „dem Alkohol entsagt“. Zumindest freudetrunkene Menschen sieht man dort aber noch oft. Denn in dem Haus befindet sich heute unter anderem das Standesamt. 

Audio:

Episode 6 zum Nachhören:

Gefördert durch die Sächsische Landesmedienanstalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.