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Projekt Cainsdorfer Brücke umfasst fünf Bauwerke, zwei Rampen und 1,5 km Straße

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Es ist an der Zeit, um über die Cainsdorfer Brücke zu reden, fand das Tiefbauamt. Im August informierte es Stadträte und Ortschaftsräte, am Dienstag die Medien. Es gehen zwar immer noch drei Jahre ins Land, bis voraussichtlich mit dem Bau begonnen wird. Doch die Entwurfsplanung ist so gut wie fertig, die Finanzierung dürfte stehen und das Projekt ist größer als viele annehmen: es geht um fünf Bauwerke, zwei Rampen, rund 1,5 Kilometer Straße und drei Bahnübergänge.

Die Arbeiten werden etwa drei Jahre dauern. Zuerst wird die Brücke für den Straßenverkehr gebaut, 300 Meter weiter stromabwärts. Sie besteht aus zwei Bauwerken. Das erste führt über die Bahngleise und über die Mulde, das zweite über die B93. Ist die „Neue Cainsdorfer“ fertig, wird die alte, marode Brücke abgerissen. An der Stelle entstehen nochmal zwei Bauwerke für Fußgänger und Radfahrer – über die Mulde und über den Uferweg. Und für die Bauzeit wird noch eine Behelfsbrücke gebaut, in der Summe fünf Bauwerke.

Die Bahn plant, im Zuge dieses Großprojektes drei Bahnübergänge zu ertüchtigen: Äußere Schneeberger Straße, Hammerwald und Wehrweg – der letztgenannte wird etwa 300 Meter in Richtung Wilkau-Haßlau verlegt. Rund anderthalb Kilometer neue Straße kommen zusammen, weil es – vom Hammerwald gesehen – künftig an der Anbetungshalle geradeaus geht, dann nach einem Schwenk über die Straßenbrücke und am Ende größtenteils parallel zur B93 in Richtung Wilkau-Haßlau bis zum Knotenpunkt, wo sich der Aldi befindet.

Die Kosten werden aktuell auf 30 Millionen Euro geschätzt. Allerdings hat sich bei der Finanzierung etwas geändert – zugunsten der Stadtkasse. Das Eisenbahnkreuzungsgesetz legt seit 2020 fest, dass die kreuzungsbedingten Kosten wie folgt aufgeteilt werden: Die Hälfte bezahlt der Bund, ein Drittel die Bahn und ein Sechstel das Land. „Kreuzungsbedingt“ sind auf jeden Fall die zwei Bauwerke und die Rampen für den Straßenverkehr.

Bei der Brücke für Fußgänger und Radfahrer ist wieder die Stadt am Zug, sie wird sich aber um Fördermittel bemühen. Bei den Vertretern der Stadt war am Dienstag viel Optimismus zu spüren, dass die alte Cainsdorfer Brücke ihren 100. Geburtstag nicht erlebt, weil es dann Nachfolger gibt – die Stahlkonstruktion, auch beliebt als „Zuschauertribüne“ bei Kanu-Wettkämpfen, wurde 1932 für den Verkehr freigegeben.