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Proteste gegen Rassismus in Sachsen - Blockaden gegen rechte Demos

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Demonstrationen der rechtsextremen Parteien NPD und Der Dritte Weg am 1. Mai in Sachsen sind auf deutlichen Widerstand gestoßen. Die Aufmärsche ein Dresden und Plauen wurden am Mittwoch vorübergehend von Blockaden gestoppt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Versammlungen abzusichern. An den Protesten gegen Rassismus beteiligten sich in verschiedenen Städten im Land jeweils Hunderte Menschen. Zudem kamen zur zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Leipzig schätzungsweise 1500 Teilnehmer.In Plauen, wo Der Dritte Weg 200 Demonstranten angemeldet hatte, verstärkte die Polizei wegen der Gegenproteste ihre Präsenz. Bei aufgeheizter Stimmungen wurden Polizisten mit Pferden eingesetzt, um die Lager auf Abstand zu halten. Über der Stadt kreiste ein Polizeihubschrauber. Etwa drei Dutzend der mehreren Hundert Gegendemonstranten blockierten vorübergehend die Strecke des rechtsextremen Aufmarsches. Nach ersten Schätzungen der Behörde beteiligten sich mehr als 300 Menschen an der Versammlung der Rechten. In Dresden wurde die NPD-Demo vom Bahnhof-Neustadt durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof von Sitzblockaden ausgebremst. Auch NPD-Bundeschef Frank Franz und der Europaparlamentarier Udo Voigt mussten auf der Stelle treten. An der Kundgebung der NPD und ihrer Nachwuchsorganisation JN nahmen schätzungsweise 150 bis 200 Menschen teil, weniger als vom Veranstalter angemeldet. Zum Gegenprotest hatte unter anderem das Bündnis „Dresden nazifrei“ aufgerufen.Sehr wenig Zulauf hatte eine Versammlung des Ex-AfDlers André Poggenburg in Leipzig. Seine Partei Aufbruch deutscher Patrioten hatte laut Stadtverwaltung 300 Teilnehmer angemeldet. Am Mittwochvormittag waren aber höchstens 20 bis 30 Menschen bei der stark gesicherten Kundgebung vor dem Bundesverwaltungsgericht. In Hörweite hatte sich weit größerer Gegenprotest versammelt. Laut Polizei blieb alles friedlich.In Chemnitz folgten zahlreiche Menschen einem Aufruf des parteiübergreifenden Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ zum 1. Mai. Vom Karl-Marx-Kopf aus zogen die Teilnehmer am Mittwochvormittag durch die Innenstadt zum Neumarkt. Dort startete parallel die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit. Nach Schätzung des DGB verfolgten etwa 2400 Menschen dort die Reden. An dem Protestzug hatten sich nach offiziellen Angaben rund 1100 Menschen beteiligt. Die AfD hatte nach Angaben der Stadt eine Versammlung mit etwa 500 Teilnehmern. Es kamen jedoch deutlich weniger. Als Rednerin bei der Veranstaltung auf dem Markt trat unter anderen die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch auf. (dpa)