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  • Eltern, Kinder und andere Bürger demonstrierten für den Erhalt der kleinen Kita.

Proteste, Kontroverse und dann das Aus für die Mini-Kita

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In Zwickau kommen immer weniger Kinder zur Welt. 2025 Jahr waren es knapp 700 - ein Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei diesem Trend ist klar, dass weniger Kitas benötigt werden. Trotzdem diskutierte der Stadtrat am Donnerstag ausdauernd und teils leidenschaftlich über die Mini-Kita Gutwasserstraße. Nach fast zwei Stunden entschied die klare Mehrheit, dass die Einrichtung Mitte August geschlossen wird.

Finanzbürgermeister Sebastian Lasch sprach von einer Entscheidung, die die Verwaltung bedauere, „die aber aus wirtschaftlichen und demografischen Gründen unvermeidbar geworden ist.“ Im Mai 2025 besuchten 26 Kinder die Kita. Die Betriebskosten liegen bei 438 Euro pro Kind und damit fast 150 Euro über dem Schnitt. Der Sanierungsbedarf wird auf 830.000 Euro geschätzt.

Bei den betroffenen Eltern sorgte der Plan trotzdem für Unmut. Sie schrieben einen offenen Brief, viele protestierten mit ihren Kindern vor der Sitzung gegen das Ende der Kita. Marco Preuß aus dem Elternrat nannte uns einige Argumente: die Villa in der Nähe vom Schwanenteich ist für die Kinder wie ein Zuhause, das pädagogische Konzept spricht für sich und es ist die einzige Kleinst-Kita. Er kritisierte die fehlende Transparenz, die kurze Zeitschiene und Auflagen, dass Kinder wegen der geplanten Schließung nicht mehr aufgenommen werden dürfen.

Das BSW hatte beantragt, die Entscheidung zurückzustellen. Statt im Schweinsgalopp zu entscheiden, sagte Fraktionschef Bernd Rudolph, sollten gründlich wichtige Fragen geklärt und besprochen werden: Was ist dringend, gibt es Alternativen - einen anderen Träger oder ein anderes Profil? So könne man Zeit gewinnen und Vertrauen und Respekt der Bürger.

Jens Heinzig, BfZ, hielt eine kurze Ansprache, die anschließend viel Zustimmung fand. Er verwies auf die sinkenden Geburtenzahlen. Und er erinnerte an die 90er Jahre, als der Stadtrat beschloss, Schulen zu schließen - das sei schwer zu ertragen gewesen, es gab Proteste, aber es musste die Realität anerkannt werden. Das ist jetzt wieder der Fall. Der Bauch sage zwar Nein, so Jens Heinzig, aber aus Verantwortung für das Gesamte müsse das gemacht werden.

Bürgermeister Sebastian Lasch hatte in seiner Rede für die Betroffenen noch eine Nachricht: Erfreulicherweise können die Kinder mit Erzieherinnen als Gruppe in die Kita an der Hegelstraße wechseln.

Audio:

Marco Preuß vom Elternrat der Kita:
Jens Heinzig von Bürger für Zwickau: