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Prozess um Brandleiche: Angeklagter offenbar voll schuldfähig

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Im Mordpro­zess um die verbrannte Frauen­leiche von Lauen­hain ist der Angeklagte offenbar voll schuld­fähig. Der psych­ia­tri­sche Gutachter sagte am Mittwoch, dass er keine Hinweise auf krank­hafte seeli­sche oder sexuelle Störungen habe. Auch Alkohol habe die Steue­rungs­fä­hig­keit des Beschul­digten nicht vermin­dert.

Kurz nach Beginn hatte Patrick R. am Morgen einen Schwä­che­an­fall erlitten. Beim Betrachten von Fotos, die Kleidungs­stücke des Opfers zeigten, taumelte er und wurde aus dem Gerichts­saal gebracht. Die Verhand­lung wurde unter­bro­chen und der Notarzt gerufen. Eine Stunde später konnte es mit der Beweis­auf­nahme weiter­gehen.

Neben einem Sachver­stän­digen, der über Labor­er­geb­nisse berich­tete, kam am Nachmittag auch Radio-Zwickau-Redak­ti­ons­leiter Gunnar Tichy zu Wort. Er schil­derte, welche Aufgaben der Angeklagte als Prakti­kant in der Redak­tion zu erfüllen hatte – auch in seinem eigenen Fall. So war es Patrick R., der ein Foto der Physio­the­ra­peutin für die Homepage organi­sierte – nach eigener Aussage aus seinem Bekann­ten­kreis.

Der heute 27-jährige gelernte Gebäu­de­rei­niger soll am 12. Februar die 23-jährige Susann P. erdros­selt, missbraucht und zur Vertu­schung der Straftat ihre Leiche angezündet haben. Zu Prozess­be­ginn hatte der Beschul­digte ein Teilge­ständnis abgelegt. Die Verhand­lung wird am Freitag fortge­setzt.