Prozess um totes Baby: Weiteres Ermittlungsverfahren gegen Angeklagte
Im Prozess um einen toten Säugling in Wilkau-Haßlau steht die Angeklagte im Verdacht, für den Tod eines weiteren Babys verantwortlich zu sein. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag bei der Verhandlung am Landgericht Zwickau auf Frage des Vorsitzenden Richters bestätigte, ist gegen die 33-jährige Frau ein weiteres Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Es gehe um den Verdacht auf Totschlag, sagte Staatsanwältin Ines Leonhardt im Anschluss auf Nachfrage. "Es könnte in Betracht gezogen werden, dass die Angeklagte Mitte 2015 ein weiteres Kind zur Welt gebracht hat", sagte Richter Klaus Hartmann. Der Verdacht gründet sich auf neue Erkenntnisse durch zusätzliche Untersuchungen von Internetverläufen auf dem Handy der Angeklagten. Die Beschuldigte wollte sich dazu nicht äußern. Ihr Anwalt kündigte für den nächsten Verhandlungstag am 25. April eine Erklärung an. Die Mutter von vier Kindern ist wegen Totschlags durch Unterlassen angeklagt. Sie hatte zum Prozessauftakt zugegeben, im August 2016 ein Kind geboren, nicht versorgt und dann auf einer Wiese in Ortsteil Culitzsch abgelegt zu haben. Dort war der Leichnam rund zehn Monate später gefunden worden. (dpa)