Missbrauchsprozess: Festnahme nach neuen Vorwürfen
Der Prozess um schweren Kindesmissbrauch am Zwickauer Landgericht ist überraschend unterbrochen worden. Grund sind neue Vorwürfe gegen die Angeklagten. Kurz nach Verhandlungsbeginn wurde bekannt, dass das Paar ein drittes Kind sexuell missbraucht haben soll - die neunjährige gemeinsame Tochter. Daraufhin klickten noch im Gerichtssaal die Handschellen. Der 40-jährige Mann und die 30-jährige Frau - bis dato auf freiem Fuß - wurden festgenommen. Ein Richter erließ Haftbefehl. Am 19. August soll der Prozess fortgesetzt werden.
Anklageschrift nichts für schwache Nerven
Zum Prozessauftakt am Mittwochmorgen (9:00 Uhr) wurde die Anklageschrift verlesen, demnach soll sich das Paar insgesamt 23 Mal soll sich das Paar zwischen Dezember 2022 und September 2024 auf brutale Weise an dem Mädchen und dem Jungen vergangen haben. Bei den Kindern handelt es sich um die Tochter des Mannes und den Sohn der Frau - damals 14 und 12 Jahre alt. Das Mädchen wurde sogar schwanger. Zu den Vorwürfen äußerten sich die Angeklagten nicht.
100 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten sichergestellt
Von dem sexuellen Missbrauch machten die Eltern nachweislich Fotos und Videos. Über 100 Dateien wurden auf dem Handy des 40-jährigen Angeklagten sichergestellt. Deswegen wurde auch Anklage wegen der Herstellung von Kinderpornografie. Für den Prozess waren zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Bei einer Verurteilung drohen beiden mindestens fünf Jahre Haft, sagte uns ein Gerichtssprecher.