Querdenker verlangen Ende der Corona-Maßnahmen
Es war die bisher größte Veranstaltung der Zwickauer Querdenker: Vor rund 90 Personen am Samstagnachmittag auf dem Hauptmarkt forderte die Bürgerinitiative, dass die Corona-Maßnahmen beendet werden. Zweites Thema war „Demokratie herstellen“. Die Kundgebung mit vielen Wortmeldungen verlief friedlich, wurde aber von einer spontanen Demo kurzzeitig gestört.
Die Corona-Maßnahmen der Regierung, insbesondere das überarbeitete Infektionsschutzgesetz, müssten sofort zurückgenommen werden, hieß es in dem Beitrag eines Mitglieds der Bürgerinitiative, der vorgelesen wurde. Es gebe keine plausible Begründung für diese Einschränkungen, so der Autor weiter, es gebe kaum Erkrankte oder Tote mehr.
Das offene Mikrophon nutzen etwa 15 Teilnehmer. Sie beschrieben unter anderem, wie viele Menschen unter den Einschränkungen leiden, beispielsweise im Pflegeheim. Ein Vater lobte eine Direktorin, die von ihren Schülern nicht verlangt, Masken zu tragen. Es kam aber auch zu verbalen Entgleisungen. Eine Frau erinnerte angesichts der Masken an Maulkörbe, die Sklaven tragen mussten, wenn sie aufmüpfig wurden, und rief den Besuchern zu: „Ihr seid Sklaven der Verbrecher in diesem Land.“
Ein Student warb für eine Kommunikation in der Gesellschaft, bei der es zwischen beiden Seiten Austausch gebe, und erklärte: „Wir sind so eine Austauschplattform“. Es wurden auch Leute auf dem Hauptmarkt mit einer anderen Meinung gebeten, ans Mikrophon zu kommen.
Schon zu Beginn der angemeldeten Veranstaltung hatte sich ebenfalls auf dem Hauptmarkt eine weitere Gruppe versammelt, nach eigenen Worten spontan. Die etwa 30 Demonstranten forderten, dass das Flüchtlingslager Moria nach dem Feuer evakuiert wird und die Menschen aufgenommen werden. Nach Absprache mit der Polizei zogen sie ein Stück weiter in Richtung Gewandhaus. Die Sprechchöre und der spätere Marsch über den Hauptmarkt waren allerdings laut genug, um die Veranstaltung der Querdenker für kurze Zeit zu stören.