Rainer Eichhorn schließt eine Lücke
Heiner Fischer war sein Vorgänger, Dietmar Vettermann sein Nachfolger. Beide haben vor Jahren ein Buch vorgelegt. Jetzt hat Rainer Eichhorn nachgezogen. Seit diesem Wochenende sind seine Erinnerungen im Handel erhältlich – unter dem Titel „Wer abwartet, hat schon verloren.“
Das Buch wird für einige Zwickauer eine Art Stadtchronik sein. Rainer Eichhorn schildert die Ereignisse seiner Amtszeit als letzter Zwickauer OB zu DDR-Zeiten und als erster nach der Wiedervereinigung. Er bettet das aber ein in sein Leben davor und danach, und er erklärt mit Blick auf jüngere Leser Hintergründe. Einigen Themen, die ihm wichtig sind, widmet er sich außerdem ausführlicher – den Städtepartnerschaften und den Juden in Zwickau.
Das Jahr 2000 mit dem Tag der Sachsen bezeichnete Rainer Eichhorn in einem Gespräch über sein Buch als Jahr der Inventur. Da sei auch durch Reaktionen von Gästen ein Stolz bei den Zwickauern zu spüren gewesen, doch ein Stück besser zu sein, als sie selber geglaubt hatten. Aber Rainer Eichhorn macht auch keinen Bogen um Unannehmlichkeiten, Tiefschläge und Fehler.
Durch die Arbeit an dem Buch habe er etwas geschafft, was während der Amtszeit nicht möglich war, sagt der 70-Jährige – das zu bewerten, was passiert war: „Durch das Schreiben habe ich eigentlich ein großes Stück meines Lebens aufarbeiten können.“
Das Buch hat knapp 200 Seiten und ist in 50 Kapitel gegliedert – so sei es möglich, beim Blättern zu entscheiden: Das lese ich jetzt zuerst, da habe heute gerade mal Lust darauf.