Redner auf dem Hauptmarkt: „Mensch ist Mensch“ und „Wählen Sie Demokraten!“
Es war inzwischen die dritte Demonstration 2024 in Zwickau aus dem gleichen Anlass und mit dem gleichen Anliegen – als Reaktion auf Rechtsextremismus wurde ein Signal gesetzt für andere Werte, die vor fast 35 Jahren erkämpft wurden. Rund 300 Zwickauer und Gäste waren auf den Hauptmarkt gekommen. Zu hören waren vor allem leidenschaftliche Plädoyers für Weltoffenheit und Demokratie.
Denis Klein von VW sprach über die „Zwickau-Story“, den Umbau des Werkes mit dem Ergebnis, dass nun sechs Modelle der E-Generation hergestellt werden. „Unzählige Menschen von Partnerfirmen und Konzernstandorten aus der ganzen Welt haben uns bei diesem Kraftakt unterstützt“, berichtete er. Es wurden Bekanntschaften geschlossen, Freundschaften entstanden. Aber es gab auch Fachleute, die den Einsatz in Zwickau ablehnten, weil es ihnen zu gefährlich erschien. Der Ruf der Stadt und der Region sei teilweise kein guter. „Wir müssen noch lauter werden“, sagte Denis Klein, „so lang, bis die letzten begriffen haben, dass ein lebenswertes Umfeld nur ein vielfältiges, friedliches und buntes sein kann.“
Manti aus Afghanistan beschrieb das Leben in der Region aus seiner Perspektive: „Hass, Ausgrenzung, Vorurteile und komische Blicke – das sind Sachen, die uns tagtäglich begegnen.“ Der junge Mann lebt seit acht Jahren in Deutschland und arbeitet bei einem Zulieferer der Auto-Industrie. Er rief dazu auf, aufeinander zuzugehen, sich besser kennenzulernen und so Vorurteile abzubauen. „Herkunft sollte keine Rolle spielen“, sagte Manti, „denn Mensch ist Mensch.“
Auch zwei frühere Zwickauer Oberbürgermeister hielten eine kurze Rede. Pia Findeiß ging, wie Rainer Eichhorn, vor allem auf die Demokratie ein. Sie erinnerte daran, dass die Nazis die Möglichkeiten der Weimarer Republik genutzt haben, um sie abzuschaffen. Sie zitierte den FDP-Politiker Gerhart Baum, der in diesem Jahr eingeschätzt hat, dass die Republik in Deutschland erstmals massiven Angriffen von Rechtsextremisten ausgesetzt sei; die Bedrohung habe einen kritischen Punkt erreicht. Sie appellierte, im Juni und September das Wahlrecht zu nutzen, und fügte hinzu: „Wählen Sie Demokraten!“.