Region Zwickau profitiert vom E-Auto: Zulieferer investieren kräftig
Die Region Zwickau profitiert vom E-Auto: Rund 130 Millionen Euro investieren drei VW-Zulieferer sowie der Konzern selbst in einem neuen Gewerbegebiet in Meerane. Direkt an der A4 entstünden in unmittelbarer Nähe des VW-Werks in Zwickau-Mosel vier neue Standorte, sagte Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen, der Deutschen Presse-Agentur.
Unter anderem erweitert der Autositz-Hersteller Adient seine Produktion. Dafür zieht das Unternehmen vom derzeitigen Standort in Zwickau in einen 27 000 Quadratmeter großen Neubau in Meerane. „Geplant ist der Umzug sukzessive für das gesamte Team zwischen Sommer 2019 und Sommer 2020“, sagte Sprecherin Annika Wiertz. Bisher beschäftigt Adient in Zwickau rund 340 Mitarbeiter.
Volkswagen selbst wird in Meerane künftig Antriebsteile für den sogenannten Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) fertigen, eine Art Baukastensystem für Elektroautos. Dazu gehören unter anderem Hinterachsen mit Achsdämpfern, Gelenkwellen und Elektromotoren, so Carsten Krebs, Sprecher von VW Sachsen. Auf knapp 40 000 Quadratmetern investiere der Autobauer bis zu 50 Millionen Euro. Am neuen Standort sind demnach künftig 250 Mitarbeiter beschäftigt.
Darüber hinaus siedeln sich ein Cockpit-Hersteller, bisher ebenfalls in Zwickau ansässig, und der Zulieferer Leoni in Meerane an. „Für uns ist das durchaus ein Auftrag mit strategischer Bedeutung“, sagte Leoni-Sprecher Sven Schmidt. Der Anbieter von Bordnetzsystemen und Kabelsätzen mit Hauptsitz in Nürnberg beliefert Volkswagen „just-in-sequence“, also punktgenau ans Montageband.
Um das auch für den neuen vollelektrischen „ID“ leisten zu können, sei ein weiteres Auslieferungslager erforderlich. Bisher betreibe man sachsenweit nur in Leipzig ein solches Lager. Das weltweit tätige Unternehmen mit 95 000 Mitarbeitern liefert aber nicht nur Komponenten für die neuen E-Autos von VW, sondern stattet auch rund 1300 Fertigungsroboter im Zwickauer Werk aus. Das umfasst unter anderem die Verkabelung der automatischen Helfer.
Volkswagen will bis 2030 mindestens eine elektrische Version von jedem der mehr als 300 Konzernmodelle auf den Markt bringen. Zwickau soll ab 2021 die erste reine E-Auto-Fabrik sein: Der Umbau erfolgt derzeit bei laufender Produktion, mehr als 200 Testautos wurden bereits gebaut. Die ersten Serienfahrzeuge sind für November geplant. In Zwickau sollen künftig sechs ID-Modelle und drei Konzernmarken vom Band rollen. In seine Elektro-Offensive investiert der Autobauer 44 Milliarden Euro. (dpa)