Ringen um Schulsozialarbeit
Vier Stellen von Schulsozialarbeitern hat der Zwickauer Stadtrat gestrichen. Die Sparmaßnahme greift im Sommer, sagt der Beschluss. Die Stellen muss es weiterhin geben, sagen viele Schüler, Eltern und Lehrer – gerade jetzt in dieser Zeit. Zwei Aktionen der Pestalozzischule haben erreicht, dass sich auf Kreisebene damit befasst wird.
Betroffen sind die drei städtischen Oberschulen und die Nicolaischule. Dort soll es ab dem nächsten Schuljahr nur noch einen Schulsozialarbeiter geben. Die zweite Stelle, die die Stadt freiwillig aus der eigenen Tasche finanziert hat, entfällt laut Stadtratsbeschluss. Das können zum Beispiel Schüler und Eltern der Pestalozzischule nicht nachvollziehen. Diese Arbeit sei nicht von einer Person zu schaffen, heißt es in einer Petition, die eine Elternsprecherin gestartet hat. Ziel ist es, dass der Landkreis diese Stellen erhält, indem er die Finanzierung übernimmt. Mitte der Woche waren es reichlich 600 Unterstützer. Rund 450 Schüler und Lehrer haben sich daneben an einer Unterschriftenaktion beteiligt – mit dem gleichen Ziel.
Am Mittwoch kam das Thema im Jugendhilfeausschuss zur Sprache. Auf den Landkreis kämen pro Schuljahr Ausgaben von rund 360.000 Euro zu, wurde dort vorgerechnet. Da das Geld nirgendwo eingeplant ist, müsste der Kreistag einen Beschluss fassen. Als Antwort auf die 450 Unterschriften der Schüler und Lehrer schrieb der Landrat am Mittwoch, dass das, was über eine Stelle hinausgeht, eine freiwillige Leistung der Stadt oder Gemeinde ist, und dass das Ansinnen demzufolge dort vorzubringen sei. Dort, wo im November Nein zu den vier Stellen gesagt wurde.
Das würde es dem Kreistag aber nicht verbieten, darüber zu beraten, ob der Kreis doch einspringt.
Der Förderverein der Nicolaischule versucht es ohne Stadt und Kreis. Er hat um Spenden gebeten und will auf dem Weg die zweite Stelle finanzieren.