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Sachsen dominieren die Wahl der „Sportler des Jahres“

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Baden-Baden (dpa) - Chris­tina Schwa­nitz (geb. in Dresden) hatte Tränen in den Augen, Jan Frodeno war voller Adrenalin und auch die Nordi­schen Kombi­nierer freuten sich riesig über die Auszeich­nung. Die Kugel­sto­ßerin, der Triathlon-Star und das Weltmeister-Team sind die deutschen „Sportler des Jahres“ 2015. Das ergab die Abstim­mung von mehr als 3.000 Sport­jour­na­listen am Ende eines ereig­nis­rei­chen Sport­jahres.Rund 750 Gäste spendeten den Siegern bei der Gala am Sonntag­abend im Kurhaus von Baden-Baden großen Applaus. In Frodeno siegte zum ersten Mal seit 2011 wieder ein anderer Athlet als Diskus­werfer und Dreifach­sieger Robert Harting. Schwa­nitz folgt auf Ski-Olympia­sie­gerin Maria Höfl-Riesch. Bei den Mannschaften hatten 2014 die Fußball-Weltmeister trium­phiert.Kombi­nierer Eric Frenzel (aus Annaberg-Buchholz) sagte stell­ver­tre­tend für sein Team über den ersten WM-Titel seit einer gefühlten Ewigkeit: „Es war natür­lich eine sehr, sehr lange Zeit mit 28 Jahren. Auch in den Vorjahren waren wir ja schon knapp dran. Und dass es in diesem Jahr jetzt endlich gereicht hat, hat uns natür­lich sehr, sehr gefreut.“Schwa­nitz, die für den LV 90 Erzge­birge startet, bekam den Preis überra­schen­der­weise von ihrem Mann Thomas überreicht. Als er mit der Trophäe den Saal betrat, kamen ihr die Tränen. Sie sagte: „Ich trinke eigent­lich nur Bier, weder Sekt noch Wein. Ich bin eigent­lich ein Biertrin­ker­kind.“ „Jetzt gerade bin ich doch gefühlt eher beim Wettkampf­puls als beim Ruhepuls“, sagte Frodeno. Für ihn ist die Auszeich­nung der perfekte Abschluss eines für ihn histo­ri­schen Sport­jahres. Mit seinem Sieg beim legen­dären Ironman auf Hawaii im Oktober schaffte der 34-Jährige das, was noch niemandem vor ihm gelungen war: Er darf sich seitdem Olympia­sieger und Ironman-Weltmeister nennen. Nach 3,86 Kilome­tern im Wasser, 180 Kilome­tern auf dem Rad und 42,2 Kilome­tern Laufen war der Ausnah­me­sportler in Hawaiis Hitze auf die Knie gesunken und hatte den Bauch seiner schwan­geren Frau Emma geküsst. Und der WM-Triumph auf der Bilder­buch-Insel war 2015 nicht sein einziger Erfolg: In Frank­furt hatte er sich auch noch den EM-Titel geholt.„Klar war es ein Wahnsinns-Jahr für mich“, hatte Frodeno schon im Vorfeld gesagt. „Für mich ist es schön zu sehen, dass mein Sport inzwi­schen offen­sicht­lich auch öffent­lich so wahrge­nommen wird.“ Frodeno ist der erste Triathlet überhaupt, der zum „Sportler des Jahres“ gekürt wird. An der Spitze der Abstim­mung gab es aber ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Frodeno setzte sich mit 2491 Punkten nur ganz knapp vor Skisprung-Weltmeister und Gesamt­welt­cup­sieger Severin Freund durch (2352).Etwas deutli­cher war das Ergebnis bei den Mannschaften, wo sich die Nordi­schen Kombi­nierer (1987) relativ klar vor den Biathlon-Staffeln der Frauen (1761) und Männer (1631) durch­setzten. Zum ersten Mal seit 28 Jahren hatten die nordi­schen Ski-Asse um die beiden Sachsen Tino Edelmann, Eric Frenzel und ihre Teamkol­legen Fabian Rießle und Johannes Rydzek Anfang des Jahres den WM-Titel geholt. Unver­gessen bleibt der Moment, in dem Rydzek mit der deutschen Flagge in der Hand die Ziellinie im schwe­di­schen Falun überquert. Noch lange nach dem Ende des Rennens feierten die DSV-Athleten in der maleri­schen Abend­sonne Schwe­dens. „Wir hatten einfach so eine coole Zeit mit dem Team. Das war so ein schöner Moment, einfach genial“, erinnerte sich Rydzek.Wenige Monate danach feierte auch Kugel­sto­ßerin Chris­tina Schwa­nitz im „Vogel­nest“-Stadion von Peking. 16 Jahre nach Astrid Kumber­nuss hatte sich erstmals wieder eine Deutsche WM-Gold gesichert. Aller­dings landete die 29-Jährige nur hauch­dünn vor Speer­wer­ferin Katha­rina Molitor, die sich in China ebenfalls den Titel geholt hatte. Gerade mal vier Punkte trennten die beiden Leicht­ath­le­tinnen in der Abstim­mung.