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Sachsen rüstet Polizei auf - neue Waffen, neue Ausrüstung

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Sachsen rüstet angesichts einer latenten Terror­ge­fahr seine Polizei auf. So sollen alle Polizisten bis Ende 2018 neue Pistolen mit größeren Magazinen erhalten, kündigte Innen­mi­nister Markus Ulbig (CDU) am Dienstag in Dresden an. Insge­samt betrifft das 11 000 Waffen. Aus dem laufenden Haushalt werden bereits 13 Millionen Euro für stich­feste Schutz­westen, gepan­zerte Fahrzeuge, sogenannte Mittel­dis­tanz­waffen und ballis­ti­sche Helme ausge­geben. Sie schützen beson­ders gut bei Explo­sionen und herum­flie­genden Split­tern.Zur besseren Eigen­si­che­rung sollen die Beamten mit Bodycams ausge­rüstet werden. Dazu ist zunächst ein Pilot­pro­jekt geplant. Die Minika­mera am Körper des Polizisten ist vor allem dazu da, Angriffe auf die Ordnungs­hüter besser aufklären zu können. In Deutsch­land wurde die Körper­ka­mera erstmals 2013 getestet.Ulbig hatte am Dienstag das Kabinett über die Sicher­heits­lage infor­miert. Mit Blick auf Sachsen sprach er von einer abstrakten Terror­ge­fahr. Man habe keine Hinweise auf konkrete Anschläge in Sachsen. „Wir sind durchaus gut aufge­stellt, ohne dass es eine absolute Sicher­heit geben könnte“, sagte der Minister. Die Sicher­heits­be­hörden würden weiter an die Lage angepasst.Bei aller Fokus­sie­rung auf islamis­ti­schen Terror dürfe man andere Extre­mis­mus­felder nicht aus dem Blick­feld verlieren. „Das bedeutet gerade in Sachsen auch Rechts- und Linkex­tre­mismus“, sagte Ulbig. Es sei Aufgabe des Staates, für die Sicher­heit seiner Bürger zu sorgen. Seit dem Anschlag auf das franzö­si­sche Satire­ma­gazin Charlie Hebdo Anfang 2015 habe sich das Kabinett regel­mäßig damit befasst.Nach den Worten von Ulbig will Sachsen auch das System zur Früher­ken­nung psychisch auffäl­liger Menschen verbes­sern. Das laufe in Abstim­mung mit den Minis­te­rien für Gesund­heit und Soziales sowie Integra­tion.Sachsen hatte mit Blick auf den neuen Doppel­haus­halt bereits angekün­digt, die Zahl der Polizisten zu erhöhen. 1000 Beamten sollen in den kommenden Jahren zusätz­lich dazukommen. Sie werden zudem von 550 sogenannten Wachpo­li­zisten unter­stützt. Außerdem verzichtet der Freistaat auf den geplanten Abbau von 676 Stellen bei der Polizei bis zum Jahr 2020.  (DPA)